Jülich - Frau in der Führung und ein neues „Superamt”?

Frau in der Führung und ein neues „Superamt”?

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
Heinrich Stommel
Der Bürgermeister hat sein Personalkonzept vorgelegt. Heinrich Stommel will die Führungsriege verbreitern, eine Frau einbeziehen und sucht drei neue Amtsleiter. Foto: Uerlings

Jülich. Wer sich den „Organisationsplan” der Stadtverwaltung auf der Jülicher Homepage anschaut, sieht schnell: Die Mannschaft um Bürgermeister Heinrich Stommel ist stark ersatzgeschwächt und nicht bestmöglich aufgestellt. Insgesamt drei Amtsleiterstellen sind „zurzeit” nicht besetzt”.

Es sind wichtige Positionen wie die Führung des Ordnungsamtes, des Liegenschaftsamtes und des kombinierten Haupt- und Personalamtes. Der Verwaltungschef musste sich einige Kritik anhören, weil ein Personalkonzept so lange auf sich warten lässt. Als Stommel im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Ratssitzung endlich Pläne und auch Namen nannte, reagierten die Kommunalpolitiker bockig und verwehrten zum Teil ihre Zustimmung.

Im Detail: Der Bürgermeister möchte die Führungsetage im Rathaus verbreitern. Nach seinen Plänen soll eine Frau hinzukommen - und zwar Rechtsdirektorin Kerstin Haffner als neue Dezernentin. Bislang gehören dem „Verwaltungsvorstand” neben Heinrich Stommel nur Männer an: der Beigeordnete Martin Schulz (Wahlbeamter) und Kämmerer Andreas Prömpers als Dezernent.

Höhere Besoldung

Daneben sollte es ein neues „Superamt” geben. Schon seit den Pensionierungen von Hauptamtsleiter Helmut Heinen und von Personalamtschef Reinhard Schilde wurden diese beiden Abteilungen zusammengefasst. Sie sollen noch um die Bereiche EDV und Organisation erweitert werden. Hierfür ist eine Ausschreibung notwendig.

Ein dafür geeignet erscheinender Verwaltungsmitarbeiter - in Frage kommt nach Informationen unserer Zeitung Richard Schumacher (bislang EDV/Organisation) - würde dafür in eine höhere Besoldungsgruppe (A14) wechseln. Das ist deswegen von Bedeutung, weil es sich um eine „statusrechtliche Veränderung” handelt. Und eine solche kann der Bürgermeister nicht ohne Zustimmung des Rates vornehmen.

Wenn der Rat dagegen ist, muss er allerdings mit einer Zweidrittel-Mehrheit ablehnen. An dem Punkt ist man in Jülich noch nicht. Das Kommunalparlament hat den einen Teil des Stommelschen Personalkonzeptes lediglich „nicht zustimmend zur Kenntnis genommen” - den mit der Berufung einer neuen Dezernentin.

Neben dem Bürgermeister war nur die Jül-Fraktion dafür. 21 votierten mit Nein. Dem Vernehmen nach wollten die anderen Fraktionen eine solche Entscheidung nicht kurz vor den Wahlen durchboxen. Zu klären bleibt, ob sich der Status der Rechtsdirektorin verändert und die Politik hier überhaupt zu beteiligen ist.

Dem zweiten Vorschlag folgte der Rat. Hier werden die Ausschreibungen für die zu besetzenden Leiterstellen auf den Weg gebracht. Zudem geht es um neue Zuschnitte wie die Zusammenfassung von Einwohnermelde- und Standesamt.
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