Forschungszentrum weitet Zusammenarbeit in „Science Bridge“ aus

Von: hfs.
Letzte Aktualisierung:
13616013.jpg
Im Beisein palästinensischer Regierungsvertreter und des Parlamentarischen Staatssekretärs Thoams Rachel (Mitte) unterzeichneten Prof. Wolfgang Marquardt (v.l.) und Prof. Marween Amartane die Kooperationsvereinbarung. Foto: hfs.

Jülich. Unter dem symbolischen Namen „Science Bridge“ weitet das Forschungszentrum Jülich (FZJ)seine Zusammenarbeit mit Palästina aus. Im Rahmen eines dreitägigen Workshops wurde am Donnerstag im Gebäude des Zentralinstituts für Engineering, Elektronik und Analytik die „Palestinian-German Science Bridge“ (PGSB) offiziell gegründet.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 2,5 Millionen Euro geförderte Projekt dient dazu, in den nächsten fünf Jahren zwischen dem FZJ, seinen deutschen Partneruniversitäten und palästinensischen Hochschulen ein gemeinsames Forschungs- und Promotionsprogramm aufzubauen.

Die Einmaligkeit des Zustandekommens sowie dessen Durchführung unterstrich der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel. „Wir möchten mit dem Projekt die Mobilität palästinensischer Studierender, Promovierender und Forschender fördern und ihnen Zugang zu internationalem wissenschaftlichen Austausch und Netzwerken ermöglichen“, unterstrich der Festredner, wobei er betonte, dass damit jungen und hoch qualifizierten Menschen in Palästina eine Perspektive gegeben werde.

Diese haben ab sofort die Möglichkeit, den experimentellen Teil ihrer Bachelor- oder Masterarbeit an Forschungsprojekte im Rahmen von Gastaufenthalten im FZJ zu realisieren. Und nach einem erfolgreichen Abschluss auch in Jülich eine Doktorarbeit zu verfassen.

Dazu bietet das Jülicher Forschungszentrum ein Arbeitsumfeld mit modernster Ausstattung, exzellenten Wissenschaftlern aus vielen Disziplinen an einem Ort. „Mit weltweiten Kontakten sowie der Möglichkeit, Grundlagen oder angewandte Forschung an vorderster Front hautnah mitzuerleben und selbst zu deren Weiterentwicklung beizutragen“, zählte Rachel die Möglichkeiten der Kooperation auf.

Die Zusammenarbeit soll auch dazu führen, dass die Nachwuchswissenschaftler für die Entwicklung von Forschungsinfrastruktur in Palästina, zum Beispiel für den Aufbau eigener Promotionsstudiengänge, gebraucht werden.

Mit der Zusammenarbeit werde auch Unterstützung geleistet, Fundamente für ein eigenständige palästinensische Wissenschafts- und Technologie-Infrastruktur zu legen, hob Prof. Dr. Wolfgang Marquardt als Vorstandschef des FZ hervor. „Und erfolgreiche Doktoranden haben auch Chancen auf eine Karriere hier bei uns“, sagte er im Beisein der rund 30-köpfigen Delegation aus Palästina.

Darunter befanden sich hochrangige Vertreter der Regierung sowie Vertreter von neun Universitäten des Landes. Für die Bundesregierung dankte Thomas Rachel insbesondere Prof. Dr. Ghaleb Natour, der, in Palästina geboren, in Deutschland ausgebildeter und promovierter Physiker und heute Institutsdirektor am FZJ ist. „Ein herzliches Dankeschön für ihre großartige Aufbauarbeit für die deutsch-palästinensische Kooperation.“

Seit 2011 gibt es kontinuierliche Kontakte zwischen deutschen und palästinensischen Wissenschaftlern. Mit gegenseitigen Besuchen und Workshops in beiden Ländern wurde systematisch ein nationales und internationales Netzwerk geschaffen, das laut Rachel bereits Früchte trug. So wurden im Rahmen von Forschungsaufenthalten bereits fünf Master- und drei Doktorarbeiten in Jülich abgeschlossen.

„Womit deutlich wird, dass unsere Kooperation klugen und jungen Menschen Chancen auf Einkommen, erfüllende Tätigkeiten und langfristige Perspektiven bietet“, schloss der Bundestagsabgeordnete seine Rede, die mit langem Applaus von den palästinensischen Gästen bedacht wurde.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert