Förderschulen: Jülich protestiert gegen „Schweinsgalopp“

Von: Guido Jansen
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Jülich. Der Zweckverband der Nordkreis-Kommunen, der die Jülicher Schirmerschule trägt, muss vermutlich viel früher als geplant aufgelöst werden.

Dagegen haben die Mitglieder des Jülicher Ausschusses für Jugend, Familie, Integration, Soziales, Schule und Sport auf ihrer jüngsten Sitzung energisch protestiert. „Da gibt es ein Verfahren im Schweinsgalopp, ohne die Zahlen zu kennen“, sagte Helma Dürholz, die bei der jüngsten Zusammenkunft des Ausschusses den Vorsitz hatte. Der Hintergrund: Im Zuge der Inklusion haben Eltern die Wahl, ob sie ihre Kinder auf eine Regel- oder eine Förderschule schicken. Entsprechend gehen die Anmeldezahlen an Förderschulen zurück.

Der Standort Jülich hat damit weniger Probleme als die meisten der fünf anderen Förderschulen im Kreis. 144 ist die in der Mindestgrößenverordnung für Förderschulen festgelegte Zahl an Schülern, ab der eine Schule weiter betrieben wird. Die Zahl in Jülich aktuell: 194. Die vor wenigen Jahren komplett neu gebaute Schule ist nicht betroffen; und dann doch wieder. Denn der Kreis Düren plant, die sechs Standorte zu zweien zusammenzufassen, weil zwei Schulen im Südkreis schon jetzt nicht mehr auf die Mindestzahl kommen.

Jülich bliebe zwar als Standort erhalten. Allerdings müsste der Zweckverband aufgelöst werden, der die Schirmerschule trägt. Diesem gehören die Nordkreis-Kommunen an. Ein neuer, kreisweiter Zweckverband soll stattdessen gegründet werden, der die künftig nur noch zwei Standorte trägt. Das alles soll unter Zeitdruck passieren, wegen der Probleme im Südkreis.

Bis zum 1. August 2015 muss eine Erklärung zur Gründung des neuen, kreisweiten Zweckverbandes vorliegen. Gegen diese Eile protestierten die Ausschussmitglieder. „Dass es künftig zwei Schwerpunkte geben soll, hat der Kreis an uns vorbei entschieden“, sagte Dürholz. Fachdezernentin Katarina Esser erklärte, dass der Ausschuss kein Mitspracherecht habe, da der Stadtrat die Schulträger-Aufgaben in den Zweckverband delegiert habe. „Der Rat hat aber die Möglichkeit, die Angelegenheit an sich zu ziehen“, sagte Esser weiter. Möglich ist, dass genau das in der Sondersitzung des Stadtrates am Dienstag diskutiert wird.

Dann sollten auch die konkreten Zahlen zur Situation der Förderschulen im Kreis vorliegen, die am Mittwoch auf der Konferenz aller Bürgermeister aus dem Kreis besprochen wurden. Die Frage der Ausschussmitglieder, ob die Jülicher Vertreter den „Schweinsgalopp“ auf Kreisebene angesprochen hätten, bejahte Esser. Und sie lieferte auch gleich die Antwort auf die Jülicher Bedenken mit. „Demgegenüber steht die Situation der anderen Schulträger, für die diese Eile notwendig ist.“

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