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Fledermausnacht am 31. August in Zitadelle Jülich

Von: -vpu-
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Eine der acht Arten, die in der Zitadelle leben und am 31. August vielleicht zu beobachten ist: die Bechsteinfledermaus. Foto: Stock/Arco-Images
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Organisator Dr. Christoph Fischer und Kathrin Zander im Lindenkarree der Zitadelle: Hier steigt die Fledermausnacht. Foto: Uerlings

Jülich. Unter mancher Straßenlaterne ist nachts so etwas wie ein „Tanz der Vampire“ zu erleben: Fledermäuse finden dort Nahrung zuhauf, sollte man meinen. Das ist aber erstens biologisch unkorrekt, denn Vampirfledermäuse finden sich nur auf dem amerikanischen Kontinent. Und es ist trügerisch, denn viele Motten schwärmen zwar zum Licht, aber längst nicht alle Insekten.

Die meisten Fledermausarten, die sich per Ultraschall orientieren, meiden die nächtliche Helligkeit und nehmen den reich gedeckten Tisch nicht in Anspruch. Die sogenannte „Lichtverschmutzung“ hat jedenfalls auch Einfluss auf den Lebensraum der nachtaktiven Säuger. Das erläutern Experten bei einer in jeder Hinsicht informativen und unterhaltsamen „Fledermausnacht“ in der Zitadelle am Samstag, 31. August, von 17 bis 24 Uhr. Die Jülicher Festung ist in unseren Breiten eines der wichtigsten Fledermausquartiere. Dort überwintern über 400 Tiere aus acht verschiedenen Arten.

Der Aktionstag findet landesweit statt, die Veranstaltung in der Herzogstadt die größte in Nordrhein-Westfalen, wie das Museum Zitadelle und der Arbeitskreis Fledermausschutz nicht ohne Stolz informieren. Informationsstände und Ausstellungen berichten am 31. August über Lebensweise, Bedrohung und Schutz der einzigen aktiv fliegenden Säugetiere und sollen die Besucher für die Bedürfnisse der anspruchsvollen und nützlichen Insektenjäger sensibilisieren.

Für Kinder verkürzen Mal- und Bastelaktionen, die Zauberhexe „Magica Natalià“ mit ihrer Fledermaus „Fernanda“, ein Bilderbuchkino, Kinderschminken, eine Rallye die Zeit bis zur Dämmerung. Ab Einbruch der Dunkelheit, wenn die Fledermäuse erwachen, bieten Naturschützer Führungen zu den Lebensräumen der geschützten Tiere in der Zitadelle an, und Fledermausforscher lassen sich über die Schulter schauen, wie sie im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie Fledermäuse fangen, bestimmen und beringen. In den Jagdgebieten an der Rur können mit etwas Glück die spektakulären Flugmanöver bestaunt werden.

Auch Umfeld und Lebensräume der Fledermäuse werden beleuchtet. Die Astronomiewerkstatt „Sterne ohne Grenzen“ vermittelt Wissenswertes über den Nachthimmel, und der Deutsche Amateur Radio Club macht die für menschliche Ohren nicht wahrnehmbaren Ultraschallrufe der Tiere hörbar. Historische Führungen durch die Renaissancefestung und die kulinarische Versorgung runden das Angebot ab.

Die Fledermausnacht in der Zitadelle findet im Rahmen der International Batnight statt, zu der Ende August alljährlich Naturschützer aus über 30 Ländern einladen. Das Museum Zitadelle Jülich hat zusammen mit dem Arbeitskreis Fledermausschutz Kreis Aachen, Düren und Euskirchen und dem Arbeitskreis Historische Festungsstadt im Verein Stadtmarketing Jülich ein Programm zusammengestellt, das faszinierende und lehrreiche Einblicke in das Leben der sonst zurückgezogen Tiere gewährt. Die Zitadelle Jülich ist ein Paradebeispiel dafür, wie Fledermausschutz mit Denkmalpflege und Museumsbetrieb in Einklang zu bringen ist, sagen die Veranstalter.

Christoph Fischer, Organisator in Jülich vom Museum Zitadelle, hat in den letzten Monaten die Population mit leichter Sorge betrachtet: „Der harte Winter und das nasse Frühjahr: Daran hatten die Tiere zu knabbern. Nach dem Winterschlaf gab es jedenfalls ein bescheidenes Nahrungsangebot.“ Ob und wie sich die Bestände verändert haben, lässt sich vielleicht bei den Probefängen am 31. August sagen.

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