Finanzprobleme: Linnicher Museum muss viele Quellen anzapfen

Von: Antonius Wolters
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Dr. Myriam Wierschowski vor dem großformatigen Glasbild „Auferstehung“ von Heinrich Campendonk, den das Glasmalerei-Museum ab 5. April in einer Sonderausstellung präsentiert. Foto: Wolters

Linnich. „Not macht erfinderisch“, sagt Dr. Myriam Wierschowski, Direktorin des Deutschen Glasmalerei-Museums Linnich. Mit Not ist in erster Linie Finanznot gemeint, denn der Etat des Museums wird nicht unwesentlich durch Zinserträge des Stiftungsvermögens in Höhe von 1,6 Millionen Euro gespeist, das laut Satzung mündelsicher und risikoarm angelegt werden muss.

„Bei minimalem Risiko müssen wir das Maximale für das Museum herausholen“, umschreibt Carlo Aretz, Geschäftsführer der Stiftung Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich, den Spagat, der ihm aktuell gelingen muss, denn seit das Zinsniveau von vormals rund sieben Prozent drastisch in den Keller gerauscht ist, wie jeder Geldanleger bestätigen wird, ist auch diese Finanzierungssäule ungleich schmäler geworden. Zielsetzung laut Aretz ist es, „das Museum langfristig auf gesunde Beine zu stellen“.

Bei diesen Bemühungen ist auch die Direktorin sehr aktiv. „Das ist die Herausforderung, noch mehr zu kämpfen“, möchte die promovierte Kunsthistorikerin einerseits das Niveau ihres Hauses weiter hoch halten und kann gleichzeitig doch nicht auf Sparmaßnahmen verzichten.

So könnte das Museum momentan gut mehr Personal brauchen, doch das „muss zurückgestellt werden“, bedauert Dr. Wierschowski. Sie verfolgt die Taktik, „möglichst viele Geldquellen anzuzapfen“, um den Etat zu decken. Da die Dotierung der Fördertöpfe und die Voraussetzungen, um mit einem Betrag bedacht zu werden, von Jahr zu Jahr variieren, ist eine gute Vernetzung mit den Geldgebern und anderen Museen unabdingbar.

In dieser Situation ist das Programm der Sparkasse Düren „Kinder.Lachen.Lernen.“, das zweckgebunden den Kommunen im Kreis Düren mehr als zwei Millionen Euro für die Jugendarbeit zur Verfügung stellt, „wie der rettende Engel vom Himmel gekommen“, wie es Linnichs Bürgermeister Wolfgang Witkopp formuliert, der gleichzeitig Vorsitzender der Stiftung ist.

So hat der Linnicher Jugend- und Sozialausschuss beschlossen, das von den insgesamt 110.000 Euro, die vom Sparkassen-Geld auf die Stadt Linnich entfallen, 40.000 Euro auf zwei Jahre verteilt in die Museumspädagogik gesteckt werden, um den Finanzbedarf des Hauses zu lindern. Kreis Düren und Stadt Linnich engagieren sich zudem in einem „Stabilitätspakt“ für das Museum, wobei die Kommune allein schon 50.000 Euro beiträgt.

Weitere Geldgeber sind der Landschaftsverband Rheinland, der projektbezogen beispielsweise Ausstellungen bezuschusst, die RWE Rhein-Ruhr AG, die Kultur- und Naturstiftung der Sparkasse Düren und nicht zuletzt das Linnicher Weltunternehmen SIG Combibloc, das sich bereits seit der Eröffnung des Deutschen Glasmalerei-Museums im November 1997 finanziell engagiert.

„Es wird immer schwieriger“, hat die Direktorin festgestellt, die beim Bemühen um Gelder erfinderisch bleiben möchte, um das „einzigartige Museum“ mit seinem engagierten Team zu erhalten, ohne das ohnehin nichts ginge.

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