„Fidolino“: Den Kindern das Hexeneinmaleins beigebracht

Von: ptj
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„Schuaschuaschuschascha, schirlimirlimoo“: In der Schlosskapelle wird gehext, getanzt, gesungen, Klavier und Querflöte gespielt. Die Kinder erleben das Konzert mit allen Sinnen. Foto: Jagodzinska

Jülich. Zum dritten Mal in Folge erlebten vier- bis sechsjährige Kinder in der Kinderkonzertreihe „Fidolino“ einen harmonischen Mix aus klassischer Musik, freiem Spiel, Bewegung, Singen und Tanzen in der Schlosskapelle der Zitadelle. Diesmal ging es um das Hexeneinmaleins, Hexentanz und Zaubermusik.

Den Hexenreigen eröffnete Projektleiterin Clauda Runde als geschmeidige und Querflöte spielende Katenhexe Hermelinda. Mit der Klavier spielenden „Flügelhexe“ Rumpelpum (Natalia Gamper) spielt sie fröhlich „Hexenbesen-Tatzen-Ball“. Doch der rote Ball verschwindet im Hexen- oder Krötenkessel, verursacht dort einen musikalisch interpretierten Sprung und bringt alle Hexenkünste durcheinander.

Gemeinsam mit den Kindern versuchen die Schuldigen, den Kessel mit beschwörenden Gesängen wie „Schuaschuaschuschascha, schirlimirlimoo“ zu einer Klezmermelodie zu flicken. Das bekommt die Tänzerhexe Krujula (Marianne Valérie Partale) mit, die wild Ballett- tanzend durch den Eingangsbereich der Schlosskapelle wirbelt. Trotz ihrer Differenzen kooperieren die drei Hexen und unterrichten die Kinder im Hexeneinmaleins: „Du musst versteh‘n! Aus Eins mach Zehn, und Zwei lass‘ geh‘n, und Drei mach gleich, so bist du reich“.

Gerne folgen die begeisterten Kids den ausdrucksstarken Bewegungen der Hexen. Davon kriegt wiederum die gefürchtete Oberhexe Deborah Hippenstiel (Annette Bialonski) Wind, die durch eine wunderschöne voluminöse Singstimme verzaubert. Die anderen Hexen wollen keine „Hexenpolterei“ hören und stellen sich zunächst dumm. So zaubert die Oberhexe ein schlechtes Hexenbad, die Bewegungen der Tänzerhexe frieren ein, der Katzenhexe verschlägt es die Stimme, die Flügelhexe dreht durch. Hermelinda und Deborah bringen klagende „Miau“-Duette zur Gehör. Dann beschließt die Oberhexe, ein Buch über versagende Hexenkunst zu lesen, während die Katzenhexe auf Mäusejagd geht. Begleitend fliegen die Finger der Flügelhexe nur so über die Klaviertasten und lassen die Jagd förmlich miterleben.

Zur Reparatur des Krötenkessels wendet das Hexenquartett ihren stärksten verfügbaren Zauber an. Wasserdampf und Seifenblasen steigen auf, ein langes rotes Band kommt zum Vorschein, um das Krujula tanzend herumwirbelt. Alle Hexen und Zauberer stimmen den „Hexen-Rock‘n Roll“ an und natürlich kommt alles wieder in Ordnung. Fröhlich tanzen die Hexen um den Blocksberg herum und singen den „Kinderkonzert-Fidolino“-Abschlussgesang.

„Toll“ brachte eine Zuschauerin die Leistung der Interpretinnen auf den Punkt, begeisternder Applaus ertönte. Die Aufführung erwies sich erneut als ideal für vier bis sechsjährigen Zuschauer, die Musik mit allen Sinnen wahrnehmen und ihre Musikwelt durch ihr eigenes Mittun erleben. Die Kinderkonzertreihe entstand 2005 und wird seit 2009 vom Kultursekretariat NRW gefördert.

Die nächste Aufführung in der Reihe wird nach Bekunden von Christoph Klemens vom Kulturbüro der Stadt Jülich in der nächsten Konzertsaison im Herbst folgen.

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