Feuerwehr und Rettungsdienste üben Bewältigung einer Großschadenslage

Von: ma.ho.
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Großschadenslage geübt: Die
Großschadenslage geübt: Die Rettungskräfte müssen Hand in Hand arbeiten. Foto: Horrig

Jülich. Kurz nach 15 Uhr alarmiert ein aufgeregter Fußgänger die Rettungsleitstelle über einen schweren Verkehrsunfall in Jülich auf der Straße Im Langenbroich.

Den eintreffenden Rettungskräften bietet sich ein Schreckensszenario. Ein Pkw-Fahrer hat einen Lkw abgedrängt, ein Bus, besetzt mit zahlreichen Kindern, prallt schließlich noch gegen den Lkw.

Doch was sich nahe des Solarturmes ereignet hat, ist kein Ernstfall, sondern eine Großübung der örtlichen Rettungskräfte. „Man muss auf alles vorbereitet sein”, sagt Swen Henseler, Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Jülich, „darum ist auch die enge Zusammenarbeit mit den Rettungskräften notwendig”.

Der leitende Notarzt, in diesem Fall Robert Dujardin, macht sich ein Bild von der Lage, um die Arbeit der Rettungskräfte vor Ort zu organisieren. Im Bus herrscht das absolute Chaos mit schreienden Kindern. Der Lkw-Fahrer als auch der Pkw-Fahrer sind in ihrem Fahrzeug eingeklemmt.

Beide Fahrzeugführer müssen nach der Erstversorgung durch den Notarzt von der Feuerwehr befreit werden. Der Pkw-Fahrer erwähnt noch drei vermisste Kumpels, die durch den Aufprall aus dem Pkw geschleudert worden sind.

Hand in Hand arbeiten die Wehrleute mit den Helfern des Deutschen Roten Kreuzes(DRK) Jülich sowie des Malteser Hilfsdienstes (MHD) Jülich, um Herr der Lage zu werden.

Da sich die psychische Belastung sowohl der Retter als auch der Opfer in diesem Fall extrem hoch ist, wird ein Notfallseelsorger an die Unfallstelle gerufen. Alle sind bemüht, die vielen Verletzten schnellstmöglich zu versorgen. Vorhandene Techniken kam ebenfalls zum Einsatz.

Gemeinsam gelingt es der Wehr, den verletzten Lkw-Fahrer über das Rettungsgerüst behutsam aus seinem Führerhaus zu holen, bevor die bereits wartenden Helfer und der Notarzt die Versorgung des Mannes übernehmen.

Der eingeklemmte Pkw-Fahrer muss ein wenig länger warten, da die Feuerwehr mit Rettungsspreizer und -schere zunächst das Dach vom Wagen entfernen muss. Nur so kann der bereits erstversorgte junge Mann aus dem Fahrzeug geholt und dem Rettungsdienst übergeben werden.

Seine Freunde können nur noch „tot” geborgen werden. Bei einem mühen sich die Feuerwehrmänner über 30 Minuten ab, ihn wiederzubeleben - ohne Erfolg. Die vielen geschockten Kinder im Bus machen es den Helfern schwer, notwendige Erste-Hilfe-Maßnahmen durchzuführen.

Alles in allem präsentiert sich dem Beobachter eine aufwendige und gelungene Großübung, die kleinere Schwächen aber auch Stärken in der Umsetzung der gestellten Aufgaben darlegt.

Der einsetzende Regen erschwert die Bedingungen, doch damit muss immer gerechnet werden.

Bereits Anfang des Jahres waren die ersten Weichen zu dieser Einsatzübung gestellt worden. Die organisatorische Leitung vor Ort lag bei Daniel Vreydal (MHD) und die Übungsleitung bei Volker Derichs (DRK). 30 Jugendliche vom Deutschen Roten Kreuz und der Freiwilligen Feuerwehr stellten die Verletzten dar.

Insgesamt beteiligten sich etwa 75 Einsatzkräfte an der Übung: die Freiwillige Feuerwehr Jülich Löschzug Stadtmitte und die Löschgruppe Lich-Steinstraß, das DRK mit drei Krankentransportwagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug sowie der MHD mit zwei Krankentransportwagen, einem Rettungstransportwagen, einem Kommandowagen, einem Einsatzleitwagen und zwei Mannschaftstransportfahrzeugen.

Die Übung zeigte aus Sicht der Beobachter, dass medizinische und technische Rettung abgestimmt handeln müssen. Die Schnittstelle Einsatzleitung und Medizinische Rettung, die durch den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst und den Leitenden Notarzt geführt wurden, hat gut gegriffen.

Die Koordination der Feuerwehr- und Rettungsdienstkräfte, die Menschenrettung der Feuerwehr, die medizinische Versorgung, die Sichtung und Verteilung der Patienten auf die Rettungsmittel und die Zuweisung der Patienten zu den nächsten geeigneten Krankenhäusern verlief zügig und professionell.

Diese Übung habe, so hieß es, im Allgemeinen die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst insbesondere bei den Handlungs- und Führungsabläufen auch im Rahmen von Einsätzen mit einer größeren Anzahl von Verletzten verbessert.
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