Barmen - Feuerwehr probt einen schwerwiegenden Ernstfall

Feuerwehr probt einen schwerwiegenden Ernstfall

Von: ma.ho.
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Bei einer groß angelegten Übung des Löschzuges 3 der Feuerwehr Jülich und des ABC Zuges 501 standen die Wehrleute am Samstagvormittag vor zahlreichen komplexen Aufgaben, wie sie auch in einem Realeinsatz vorkommen können. Foto: Horrig

Barmen. Sirenenalarm von Weitem und aus der Nähe – Blaulichter wo man nur hinsah. Was war passiert – Samstag gegen 10 Uhr in Barmen? Eigentlich nichts und doch glich alles einem Katastrophenszenario. Es war eine großangelegte, komplexe Übung der Feuerwehr Jülich.

Folgendes wurde angenommen: In einem Labor, in dem unter anderem die Wirkung und Ausbreitung von Krankheitserreger auf Tiere untersucht werden, kam es bei Wartungsarbeiten zu einer Verpuffung, wobei sich eine unbekannte Zahl Personen verletzte.

Durch den Knall und die starke Rauchentwicklung aufmerksam geworden, alarmierten Anwohner die Feuerwehr. Zu diesem Zeitpunkt konnte auch noch nicht ausgeschlossen werden, dass Gefahrenstoffe durch den Unfall freigesetzt wurden. Der Brand im Laborraum verlöschte aufgrund des Mangels an brennbaren Stoffen selbst, doch das lodernde Feuer hatte bereits auf angrenzende Gebäudeteile übergegriffen.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte des Löschzuges 3 (Löschgruppen aus Koslar, Barmen und Broich) sahen sich die Wehrleute einer recht komplizierten Lagen gegenübergestellt. Zunächst stand die Rettung der verletzten Personen aus dem Übungsobjekt (alte Schule Barmen) im Vordergrund. Fast zeitgleich musste eine mehrere hundert Meter lange Wasserversorgung vom Barmener See zur Einsatzstelle aufgebaut werden, da die öffentliche Wasserversorgung aufgrund eines fiktiven Wasserrohrbruchs nicht in Betrieb war.

Unter Entnahme des Löschwasservorrats des Tanklöschfahrzeugs der Löschgruppe Koslar begannen weitere Feuerwehrleute mit der Brandbekämpfung. Nur wenig später traf der zusätzlich alarmierte ABC-Zug 501 ein, einer von fünf Spezialeinheiten, die im Kreis Düren für die Abwehr von atomaren, biologischen und chemischen Gefahren eingerichtet wurden. Er kommt zur Unterstützung der alarmierten Einheiten bei größeren ABC-Einsätzen zum Einsatz und besteht aus Material und Kräften aus den Gemeinden Jülich, Linnich, Titz und der Werkfeuerwehr SIG Combibloc.

Desinfektionsplatz

Diese sperrten dann die Einsatzstelle der Übung großräumig ab und begannen sofort mit dem Aufbau eines sogenannten Desinfektionsplatzes, mit dem sie in der Lage sind, gerettete Personen und Einsatzkräfte von möglichen Krankheitserregern zu „befreiten“. Gleichzeitig rüsteten sich Einsatzkräfte mit Chemikalienschutzanzügen aus, um festzustellen, ob und in welchem Maße Gefahrstoffe ausgetreten waren. Schnell wurde deutlich, dass im Laborgebäude verschiedene biologische Gefahrstoffe freigesetzt wurden.

Nachdem die Art und die Gefahren ermittelt werden konnten, wurden Proben für eine spätere detaillierte Analyse entnommen. Nachdem alle, von den eingesetzten Kräften möglichen Maßnahmen vor Ort durchgeführt wurden, versiegelten die Verantwortlichen bis zum Eintreffen der alarmierten Analytischen Task Force des Bundes das Gebäude.

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