Fällt der letzte Vorhang für die Theaterreihe?

Von: Volker Uerlings
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Marianne Lohmer (r.) und Dr. Dorothee Esser mit dem Plakat des vorerst letzten Stückes der Jülicher Theater-Abo-Reihe: Faust. Foto: Uerlings

Jülich. Der Theater-Abonnement-Reihe in Jülich droht endgültig der finale Vorhang. Wie Dr. Dorothee Esser auf Anfrage erklärte, sei die Serie „so nicht mehr zu erhalten” und führt die schwindenden Abonnementzahlen an. Sie ist als Geschäftsführerin der Brückenkopf-Park GmbH auch für städtische Kulturarbeit zuständig.

Die Mitglieder des Jülicher Theaterbeirates teilen diese Haltung nicht und verweisen auf drei ausverkaufte Vorstellungen in dieser Spielzeit.

Der Beirat glaubt, dass nicht allein die Zahlen und Finanzen den Ausschlag geben, sondern auch eine Personalie. Mit Marianne Lohmer, die im Sommer die arbeitsfreie Phase ihrer Altersteilzeit in Anspruch nimmt, verliere die Stadt die wohl größte „Kämpferin” für die Theaterreihe in der Stadt. In einem Bürgerantrag formulieren die Beiratsmitglieder: „Es wäre nicht nachvollziehbar, wenn die von Frau Lohmer geleistete Arbeit nicht fortgeführt würde.” Soll heißen: An der Planstelle der Beauftragten für Kulturveranstaltungen und -förderung könnte „geknapst” werden.

Eine „Stadt wie Jülich” habe aber „ihren Bürgern gegenüber eine Verantwortung zur Pflege und Erhaltung der Kultur”. Deshalb müsse auch die Stelle von Marianne Lohmer vollständig ersetzt werden, so der Beirat weiter. Diese Entscheidung treffen Verwaltung und Kommunalpolitik.

Auch Dr. Dorothee Esser würdigt die Arbeit von Marianne Lohmer: „Sie hat wirklich alles schon versucht, um Geld einzusparen, Sponsoren zu gewinnen und vieles mehr.” Die Abonnementzahlen seien aber beständig rückläufig, was Dr. Esser als „Abstimmung mit den Füßen” beurteilt. Die Fakten: Von 296 (2005) über 320 (nach einer Benefizveranstaltung 2006) sind die Abonnentenzahlen auf nun 222 gesunken. Das verursacht in der laufenden Reihe ein Defizit im vierstelligen Bereich, es soll dem Vernehmen nach zwischen 5000 und 7000 Euro liegen.

„Wir haben noch keine Planung für das zweite Halbjahr 2009. Ich denke, wir müssen uns neu orientieren. Das heißt ja nicht, dass es in Jülich keine Theaterveranstaltungen mehr geben soll, aber eben nicht mehr als Abo-Reihe, sondern von Fall zu Fall”, skizzierte die Parkchefin ihre Pläne. Die Abonnenten sollen im April informiert und per Fragebogen um ihre Meinung gebeten werden. Dorothee Esser: „Die Menschen wollen sich nicht mehr festlegen, sondern ad hoc genießen. Das ist für uns zwar schlecht, aber zu respektieren.” Hilde Viehöfer und ihre Mitstreiter im Beirat geben die Hoffnung aber nicht auf: „Wir legen großen Wert darauf, diesen Zweig der Kultur in Jülich nicht sterben zu lassen.”

Sollte das doch passieren, wäre die „Faust”-Aufführung am 24. April letzter Akt des Abo-Theaters in Jülich.
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