Düren/Aldenhoven - Ex-Jäger stolpert über das Kriegswaffenkontrollgesetz

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Ex-Jäger stolpert über das Kriegswaffenkontrollgesetz

Von: Hartmut Prüss
Letzte Aktualisierung:

Düren/Aldenhoven. Das Wortspiel drängt sich geradezu auf: Ein 62-jähriger Mann aus Aldenhoven scheint mit dem Strafgesetz geradezu auf Kriegsfuß zu stehen.

Sein jüngster Fall, am Donnerstag vor dem Dürener Schöffengericht verhandelt, lässt sich allerdings objektiv als ein „Verbrechen nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz” bezeichnen.

Dabei hat der Angeklagte weder mit Panzern oder U-Booten gehandelt, noch Granaten oder Bomben verkauft, ohne dafür eine Genehmigung zu besitzen. Bei einer Hausdurchsuchung im September 2009 waren bei dem ehemaligen Jäger unter anderem ein halbautomatisches Selbstladegewehr, ein Schalldämpfer, zwei Revolverläufe und 124 Patronen Leuchtspurmunition gefunden worden.

Besonderer zusätzlicher Haken dabei war jedoch, dass ihm der Landrat als Chef der Dürener Kreispolizeibehörde im Jahr 2004 generell die Erlaubnis zum Waffenbesitz widerrufen hatte. Eigentlich hätte der Mann sich deshalb von Waffen und Munition, die er bis dahin offiziell für Jagd- und Sportzwecke besessen hatte, trennen müssen. Aber der Ex-Jäger hoffte auf einen zeitlichen Aufschub, um aus dem Verkauf dieser nicht illegalen Waffen - etwa an andere Jagdfreunde oder Sportschützen - etwas mehr Geld zu bekommen.

Die fünf Jahre später bei der Hausdurchsuchung gefundenen Gegenstände, die Gegenstand des Prozesses waren, habe er - so der Angeklagte - beim Aufräumen eines mit Holz gefüllten Schuppens seines Vaters gefunden. Die Munition habe er, ohne sich etwas Böses dabei zu denken, auf dem Schießstand der damaligen Bereitschaftspolizei in Linnich bekommen, wo er regelmäßig trainierte.

In der Hauptverhandlung wurde daran erinnert, dass der 62-Jährige bereits acht Verurteilungen in seiner Akte hat, darunter eines wegen unerlaubten Waffenbesitzes aus dem Jahr 2003. Allein deshalb hätte er wissen müssen, dass er um Waffen und Munition einen weiten Bogen machen müsste. Wegen wiederholten Fahrens ohne Fahrerlaubnis verbüßt er derzeit sogar eine Haftstrafe.

Unter Einbeziehung eines Urteils des Amtsgerichts Jülich verurteilte ihn das Dürener Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Hans-Georg Wingen jetzt zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung. Die bereits angetretene Haftstrafe, die im Februar 2012 endet, bleibt davon allerdings unberührt.
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