Jülich - Erwachsenenbildung: Fremde Lebenswelten erkunden

Erwachsenenbildung: Fremde Lebenswelten erkunden

Von: dol
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Elke Bennetreu (r.) organisiert die Veranstaltungen der Erwachsenenbildung, Elke Reinartz (l.) koordiniert Anmeldungen und Abläufe. Die Programmhefte sind ab sofort in Jülich erhältlich. Foto: Dolfus

Jülich. „Das Fremde. Andere Lebenswelten entdecken” - lautet das Schwerpunktthema der Evangelischen Erwachsenenbildung des Kirchenkreises Jülich im Jahr 2010 neben ihrem regulären Programm. Elke Bennetreu, Leiterin der Erwachsenenbildung, stellt das Schwerpunktthema vor.

„Es geht um die Frage des Fremden und Eigenen, die Frage, wie verschiedene, parallele Lebenswelten in modernen Gesellschaften nebeneinander existieren und miteinander umgehen. Nicht nur verschiedene Kulturen und Religionen machen die Unterschiedlichkeit einer pluralistischen Gesellschaft aus, auch verschiedene Existenz- und Lebensweisen”, so Bennetreu.

Das Fremde wahrnehmen - anderen Lebenswelten begegnen, das soll ein Impuls der Angebote in 2010 sein. Dabei wird das Themenspektrum bewusst in vielfacher Hinsicht offen gehalten. Es geht um verschiedenen Kulturen, aber nicht nur. Gefragt wird nach Erfahrungen mit der Fremde in der Ferne und nach der Fremde in der eigenen Kultur.

Fremde Lebenswelten werden erkundet - auch in der eigenen Kultur - etwa die Lebenswelt Psychiatrie. „Manchmal kommt es einem vor, als ob in Deutschland verschiedene Lebenswelten parallel nebeneinander existieren und nur selten findet man eine Brücke von der einen in die andere Welt”, schildert Elke Bennetreu ihre Eindrücke. Als Kirche wolle man dazu beitragen, Begegnungen zwischen den Lebenswelten häufiger zu schaffen. „Der interkulturelle Themenbereich wird uns bei diesem Schwerpunktthema besonders am Herzen liegen.”

Das Phänomen des Fremden an sich ist ein spannendes, erhellendes Thema. Das Fremde ist faszinierend. Das Fremde ist angstbesetzt. Das Fremde ist Sehnsucht und Bedrohung. Das Fremde reizt und schreckt ab, fordert aber immer. Was aber ist das Fremde? Was macht es aus? Wie ist es, sich fremd zu fühlen kennt jeder.

Die Auftaktveranstaltung findet am Dienstag, 19. Januar, um 18 Uhr im Bonhoeffer-Haus in Jülich statt.

Elke Bennetreu stellt das Thema und einige Veranstaltungen vor. Auftaktveranstaltung heißt aber auch, dass ein erster thematischer Zugang über „das Fremde” gewagt wird - und das mit dem Philosophen Markus Melchers aus Bonn. Gesorgt wird dabei für ein entsprechendes Ambiente. Musikalisch wird der Abend gestaltet von Da Zhang. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, erleichtert aber die Organisation.

Zum Thema „Das Fremde und das Eigene. Lebenswelten begegnen” präsentiert Eva Behrens-Hommel von der Buchhandlung Fischer bei der Literarischen Freitagsvesper am 22. Januar eine Buchauswahl. Sie steigt mit einem interessanten Beitrag ein: „Was wenn ich mir selber fremd werde?” Während hier autobiografische Literatur im Vordergrund steht stellt am Dienstag, 2. Februar um 19 Uhr Dr. Udo Baer im Bonhoeffer-Haus sein Buch „Vom Sich-fremd-Sein zum In-sich-Wohnen” vor.

In Zusammenarbeit mit dem Kuba und dem Kulturbüro Jülich präsentiert die Erwachsenenbildung Filme und ein Theaterstück zum Thema. Los geht es am Montag, 25. Januar, um 22 Uhr mit dem Film „Das weiße Band” im Kulturbahnhof.

Die Literarische Freitagsvesper beschäftigt sich im ersten Halbjahr 2010 mit den Autoren Herta Müller, Claudio Magris, Geert Mak, Pascal Mercier, und Annemarie Schwarzenbach.

Ein ganz besonderes Angebot ist im Kontext zu „Das Fremde” ein einjähriges Studienseminar, sozusagen als „Kulturführerschein II”. Schon beim ersten Kulturführerschein erhielt die Erwachsenenbildung gute Resonanz. Hier wird der Blick noch einmal geweitet.

Die Teilnehmer haben die Chance mit ausgewählten Referenten zusammenzuarbeiten, Zugänge in Exkursionen zu vertiefen und vom Lernklima einer festen, über einen längeren Zeitraum zusammenarbeitenden Gruppe zu profitieren. Der Lernort wird an wechselnden Stellen im Kreis Düren sein.

Eine Informationsveranstaltung findet am Freitag, 5. Februar, von 14 bis 18.30 Uhr im Haus der Evangelischen Gemeinde zu Düren statt. Jeweils ein Theorietag und ein Praxistag im Monat gehören zum Kulturführerschein II. Die Kosten für ein Semester betragen 60 Euro.

Zahlreiche weitere Veranstaltungen runden die Themenreihe, die auch im zweiten Halbjahr 2010 fortgesetzt wird, ab. Dazu zählen unter anderem Bildungsreisen und Theaterbesuche, die Beschäftigung mit dem Thema Armut oder eine Führung durch die Rheinischen Landeskliniken in Düren.
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