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Erstklassiges Futter hat seinen Eier-Preis

Von: hfs.
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Glückliche Hühner und gesunde Qualitäts-Eier: Auf dem Hof von Willi Bergrath in Gereonsweiler wird nur rein pflanzliches Futter verwendet. Foto: hfs.

Linnich/Jülich. „Die Kontrollen sind in Ordnung.” Sagt Willi Bergrath aus Gereonsweiler. Seit rund 15 Jahren betreibt er als Nebenerwerb eine Geflügelzucht, hat sich auf den Verkauf von Eiern spezialisiert.

Und damit ist er automatisch in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, denn schließlich bestimmt seit Montag dieser Woche auch in seiner Kundschaft die Diskussion um das möglicher Weise verseuchte Dioxin-Frühstücksei den momentanen Züchteralltag.

Wenn das ganze System der agrarindustriellen Produktion durch einen Futtermittelhersteller zusammenbreche, könne etwas nicht stimmen. Sagte bei Bekanntwerdung des Lebensmittelskandals NRW-Verbraucherminister Johannes Remmel. Gleichzeitig forderte er nicht nur Konzequenzen, sondern auch striktere Kontrollen. „Wir werden kontrolliert, und wir lassen auch alle drei Monate selbst kontrollieren”, sagt Bergrath.

Bezieht sich letztgenannte Maßnahmen nur auf die Untersuchung eines möglichen Salmonellenbefalls, erscheint das Kreisveterinäramt einmal im Jahr unangemeldet auf dem Hof, zieht Eier-und Kotproben. Die dann in Aachen oder Krefeld untersucht werden. Dabei lassen sich unerlaubte Beimischungen im Futter - wie jetzt geschehen - direkt feststellen. „Wir füttern nur mit pflanzlichen Produkten, wir lassen dass Futter auf unserem Hof mischen, es gelangt dann direkt in unsere Futtersilos”, betont Christel Bergrath.

So werden Weizen oder Mais von Bauern aus der Umgebung gekauft, Soja von einem Erkelenzer Händler. „Mit genauer Herkunftsbezeichnung und Inhaltsanalyse”, sagt Bergrath. Der zusammen mit seiner Ehefrau in den letzten Tagen viele Anrufe erhielt. „Natürlich will der Kunde wissen, wie es um die Qualität unserer Eier bestellt ist. Wir haben den Vorteil, dass wir direkt mit dem Verbraucher reden, aufklären können”, betont Christel Bergrath. Die ihre Kunden selbst beliefert. Was natürlich seinen Preis hat. „Ein Ei der Güteklasse L kostet bei uns 19 Cent. Qualität hat ihren Preis.” Der sich natürlich auch im Futter niederschlägt. Und hier, so betont Bergrath frei und offen, setzt wieder die Diskussion an. Erinnert an die jüngst veröffentlichte neue Statistik, nach der der Deutsche innerhalb Europas das wenigste Geld für Lebensmittel ausgibt.

„Für einen Karton mit zehn Eier, der 99 Cent kostet, kann ich kein einziges Huhn füttern.” Aber ob teuer oder preiswert, der Verbraucher muss sicher sein, dass er ein Ei bekommt, das er unbedenklich genießen kann. Dies unterstreichen die Eier-Händler aus Gereonsweiler ausdrücklich. Die, wie alle anderen Betriebe im Kreis Düren, direkt am Montag vom Kreisveterinäramt kontaktiert wurden. „Wir mussten die letzten drei Futter-Lieferscheine übermitteln.” An Hand derer wurde dann festgestellt, dass „ihr” Futter nicht von den deutschen Betrieben stammt, die verseuchtes Futter in den Handel brachten.

Die Entwarnung aus Düren hat sie - wie auch alle anderen Kreis-Dürener Betriebe - aber nicht vor verängstigten Verbraucher-Anfragen verschont. „Die wir gerne beantworten, denn schließlich wollen wir auch weiter zufriedene Kunden.” Sagt Christel Bergrath und greift zum klingelnden Telefon. Sie bekommt aber keine Frage gestellt, sondern erhält einen Lieferauftrag.
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