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Erinnerungsstätte: Jugendgruppen beteiligen sich an dem Projekt

Von: zts
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Mit Günther Schorn (stehend) und Pfadfinderleiter Harald Brocks (4.v.r.) leisten zurzeit Aldenhovener Jugendliche mit der Beschriftung der Namenstafeln für das jüdische Mahnmal einen wesentlichen Beitrag für das Gemeinschaftswerk. Foto: Zantis

Aldenhoven. Zur Verwirklichung eines Mahnmals mit einer Erinnerungsstätte an ehemalige jüdische Familien in Aldenhoven leisten auch die Jugendlichen der Pfadfinder, Konfirmanden, Jugendgruppen beider Kirchen und andere Gruppierungen einen wesentlichen Beitrag.

Intensiv haben sich die jungen Akteure zunächst mit der Erforschung der einzelnen Familien befasst. Dabei wurden nach umfangreicher Recherche etwa 40 Namen jüdischer Mitbürger erfasst, die einmal im Bereich Aldenhoven lebten, ihren Nachbarn verbunden waren und im Zuge der Schreckensherrschaft im „Dritten Reich” aus der Mitte ihres bürgerlichen Daseins herausgerissen wurden und grausam zu Tode kamen.

Ihre Namen sollen nun in dem von Künstler Karl Heinz Schumacher entworfenen Mahnmal in der Bodenplatte eine bleibende Erinnerung finden - als Erinnerungsstätte. Hier leisten in dem als „Aldenhovener Schöpfung” ausgelegten Gemeinschaftswerk auch die Jugendlichen ein sichtbares Zeichen der Mitarbeit. In der Formation mit dem Davidsstern werden zurzeit in mehreren Arbeitsgängen Namen, Geburts- und Sterbedaten in schriftlicher Form an Hand von Schablonen auf den Erinnerungstafeln aufgetragen.

Die passgerecht von Steinmetzmeister Stephan Prell vorgefertigten Granittafeln erhalten mit der wasserfesten Beschriftung dann einen deutlichen Hinweis auf die Identität der einzelnen Opfer. In der Endfertigung können die Einzelstücke von Baumeister José Suárez im Gesamtkonzept eingepasst werden.

Unter Anleitung von Günther Schorn (Geschichtswerkstatt) und Pfadfinderleiter Harald Brocks wollen sich die Jugendgruppen nicht nur aktiv an der Verwirklichung eines Mahnmals beteiligen, sondern sehen in der Aktion auch eine besondere Aufarbeitung der Vergangenheit jüdischer Mitbürger. Einmal die unselige Herrschaft einer Diktatur kennen zu lernen und die sich daraus entwickelnden Gräueltaten zu erfassen, ist für die jungen Menschen nach eigenen Bekunden „eine bewegende Erfahrung”.

An Hand der Namensliste sich einmal das grausame Schicksal ganzer Familien vorzustellen, vermittelt den Teilnehmern darüber hinaus eine geradezu ergreifende Einsicht.
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