Rödingen - Erinnerungen an „Eine jüdische Kindheit am Niederrhein”

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Erinnerungen an „Eine jüdische Kindheit am Niederrhein”

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
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Lesung mit Erläuterung der Hintergründe: In sehr lebendiger Form präsentieren Dr. Leo Peters und seine Frau Waltraud das 181 Seiten starke Zeitdokument „Eine jüdische Kindheit am Niederrhein” im Kulturhaus Landsynagoge. Foto: Jagodzinska

Rödingen. Ein „wichtiges Zeugnis zur Geschichte des (jüdischen) Bürgertums” und zugleich eine spannende Familiengeschichte präsentierten Professor Dr. Leo Peters und seine Frau Waltraud im Kulturhaus Landsynagoge in Rödingen.

Das Buch „Eine jüdische Kindheit am Niederrhein” basiert auf Kindheitserinnerungen des Arztes Julius Grunewald (1860 bis 1929). Peters „edierte und kommentierte und machte es der heutigen Leserschaft zugänglich”, lobte Georg Mölich vom Landschaftsverband Rheinland die Arbeit.

Mit einer E-mail von Grunewalds Urenkel aus Kansas/USA begann die Geschichte. Er verfügte über „eine ziemlich einzigartige Quelle in furchtbarer Schrift”, über Lebenserinnerungen seines Urgroßvaters, die dieser im Alter von 56 Jahren (Kindes)kinder niedergeschrieben hatte.

Peters packte der Ehrgeiz, den weiteren Lebenslauf von Julius Grunewald zu recherchieren. Das Zeitdokument beschreibt einen gesellschaftlichen Bogen, von einer einfachen jüdischen Kleinhändlerfamilie in zwei Generationen zu Großbürgern und wissenschaftlich herausragenden Persönlichkeiten, die die „Anfänge des Nationalsozialismus deutlich unterschätzten”. Um Antisemitismus geht es aber nur am Rande, vielmehr handelt es sich um eine „einmalige Binnensicht jüdischen Alltags”.

Die Familie brach mit der jüdischen Tradition und ließ ihre Kinder höhere Schulen besuchen. Überraschende Aspekte eröffnen sich dem Zuhörer, wie das entspannte Verhältnis zu christlichen Nachbarn, der Besuch katholischer Schulen, sogar die Teilnahme jüdischer Kinder am christlichen Religionsunterricht.
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