Engel mögens warm: Witzig-Freches im „Treppauf - Treppab”

Von: Beate Weiler-Pranter
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3. In Anlehnung an „Der Blaue
3. In Anlehnung an „Der Blaue Engel” sangen Katia Franke und Brigitte Oessling den Song „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Weihnacht eingestellt”. Musikalisch unterstützt von Fedor Volkov. Foto: bwp

Heimbach. „Engel sind in Wohnungen schlecht zu halten. Allein schon wegen der Flügel-Spannweite.” Dass die geflügelten Wesen zudem „eine Raum-Temperatur von neun bis zwölf Grad bevorzugen”, ist spätestens seit dem Kleinkunstabend im Atelierhaus „Treppauf - Treppab” von Luise und Jürgen Kött-Gärtner bekannt.

Passend zur Jahreszeit präsentierten Katia Franke und Brigitte Oessling ihr Programm „Eine (neue) Kiste voller Engel.” Witzig, frech und nachdenklich widmeten sich die beiden Hörfunk-Moderatorinnen der Thematik. Ganz in weiß gekleidet, zeitweise mit Lametta im Haar, kramten sie aus der mitgebrachten Kiste immer neue Engelsfiguren hervor und leiteten so zur nächsten Szene über.

Lichtgestalten

Doch die von ihnen rezitierten Lichtgestalten des Abends tragen nicht immer Flügel. So wie in dem Text über den jungen, schönen Unbekannten, der in der U-Bahn mit seiner bloßen Anwesenheit „für einen Flügelschlag ein himmlisches Gefühl beschert”.

Manchmal kann sogar eine einzelne Feder zum Schutzengel werden, wie in der Geschichte jenes Reisenden, der auf dem Weg ins Flugzeug eine Feder auf dem Boden findet, sie aufhebt und das Wunderwerk der Natur so weltvergessen betrachtet, dass das Flugzeug ohne ihn abhebt. Später vermelden die Nachrichten, dass die Maschine kurz nach dem Start vom Radarschirm verschwunden sei. Und wenn Schutzengel selbst einmal Probleme haben, wird der gebrochene Flügel kurzerhand von alten, einsamen Damen bandagiert.

Für den abwechslungsreichen Theaterabend hatte das Duo Franke und Oessling zahlreiche assoziative Texte zusammengetragen. Darunter Gedichte von Heinrich Heine, Mascha Kaléko und Rainer Maria Rilke, eindrucksvoll vorgetragen.

Ein Raunen ging durchs Publikum, als die beiden Darstellerinnen nach der Pause in hautengen, blauen Abendkleidern die Bühne betraten. Gekonnt kokett interpretierten sie den bekannten Song aus dem Film „Der Blaue Engel”. Diesmal lautete der Text allerdings: „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Weihnacht eingestellt”. Ein kindlicher Brief an den „Weihnachtsengel” fehlte während des Theaterabends ebenso wenig, wie der Dialog zwischen Gott und dem „Kleinen Engel”, der sich weigert, auf die Welt zu fliegen, weil dort Missgunst und Krieg herrschen.

Himmlisch unterstützt wurde das vorweihnachtliche Programm vom Gitarristen Fedor Volkov, der seine Bühnenkolleginnen mit musikalischen Interpretationen zum Thema brillant unterstrich und miteinander verband.
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