Energiesparen im Ruba: Linnicher Bad saniert

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:
6119239.jpg
6119242.jpg
6123010.jpg
Alles klar? Horst Blockisch (vorne) und Helmut Erkens überprüfen die Lüftungsanlage, eine der Neuerungen, die die Badeggäste oben in der Halle nicht sehen, aber sehr wohl spüren werden. Foto: Jonel

Linnich. Wenn das Linnicher Hallenbad an diesem Wochenende eine zweieinhalbjährige Sanierungsphase beendet und wieder Badegäste mit offenen Toren empfängt, wird es viel Neues präsentieren. Beim normalen Badbetrieb ist den Schwimmenden der Keller ziemlich schnuppe. Am Samstag, dem Tag der offfenen Tür, lohnt sich ab 10.30 Uhr ein Blick hinter die Kulissen und ein Abstecher dorthin, wo das technische Herz des Ruba, wie Linnichs Hallenbad nun heißt, schlägt.

Dieses Herz ist ein eher unscheinbares. Mit geschlossener Verkleidung macht das Blockheizkraftwerk längst nicht so viel her wie der direkt daneben stehende Schrank der Gebäudeleittechnik. Dort lässt sich auf einem Monitor der reibungslose Betrieb der Anlagen verfolgen. Oder das Gegenteil, Störungen nämlich.

Davon sollte das Blockheizkraftwerk besser nicht betroffen sein, denn es produziert den Strom , den das Hallenbad benötigt. Was über den Eigenbedarf hinausgeht, wird ins Stromnetz eingespeist. Dazu produziert das Blockheizkraftwerk das, was man von ihm in erster Linie erwartet: Wärme.

Abgesichert wird das BHKW durch eine Heizung auf Brennwerttechnik. Sie wird hinzu geschaltet, falls die BHKW-Leistung nicht ausreichen sollte. Am Verbrauch lässt sich ablesen, wie umfangreich die energetische Ertüchtigung des gesamten Hallenbades ausfällt. Vor dem Umbau lag der Verbrauch des Bades bei 1,3 Millionen kWh im Jahr. Künftig wird er bei 300.000 kWh liegen, wird erwartet.

Der hohe Verbrauch der früheren Jahre war zu einem Großteil dem Verlust geschuldet. Der ist buchstäblich eingedämmt. Dank umfassender Wärmedämmung in Dach und Wänden sowie einer neuen Glasfassade hat das Hallenbadgebäude nun Werte, die „ungefähr denen eines Niedrigenergiehauses entsprechen“.

Im Flüsterbetrieb

Dass die Wärme im Haus bleibt, stellte die komplett erneuerte Lüftungsanlage sicher. Im Flüsterbetrieb hält sie das gesamte Bad wohlig temperiert. Über Wärmetauscher erfolgt eine Rückgewinnung der abgegebenen Warmluft, der bei Bedarf 30 Prozent Frischluft zugeführt wird. Wenn die Anlage keine Luft benötigt, fährt der Motor automatisch in den Energiesparmodus runter.

Ein sichtbarer Effekt des neuen Wärme transportierenden Lüftungssystems: Im Hallenbad gibt es so gut wie keinen Heizkörper mehr. Ebenfalls verschwunden ist der Wasserspeicher. Wasser wird jetzt per Durchlauferhitzer nach Bedarf aufgeheizt. „Dies beugt der Bildung von Legionellen vor“, sagen die Techniker. Auch in den Duschen sind Brausen eingebaut, die Legionellenbildung verhindern sollen. Die Duschen selbst sind nun sensorgesteuert .

Technisch steht das Hallendbad einem Neubau in nichts nach. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Badewassertechnik als Erbe des alten Bades übernommen wurde. Sie war und ist aber auch noch gut in Schuss, um den Schwimmern oben in ein nasses Vergnügen zu bereiten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert