Endoskopie geht in die Zukunft

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:
4804439.jpg
Der ärztliche Direktor, Chefarzt Dr. Gerhard Mertes, PD Dr. Christian Rabe, Verwaltungschef Jann Habbinga, der scheidende Dr. Budisetijadi Lie und Bernd Koch, Geschäftsführer der Caritas Trägergesellschaft West ctw (von links) freuen sich über einen guten Tag für das Linnicher St. Josef-Krankenhaus: Die neue Endoskopie steht bereit zur Behandlung der Patienten. Foto: Jonel

Linnich. Innerhalb von zwei Monaten hat die Caritasträgergesellschaft West (ctw) die zweite Eröffnung einer komplett neugestalteten Endoskopie gefeiert. Nach Jülich, wo um Dezember am St. Elisabeth-Krankenhaus der „Endoskopie-Anbau“ in Betreib genommen wurde, wurde jetzt auch die neue Abteilung am Linnicher St. Josef-Krankenhaus feierlich eingeweiht.

Hier allerdings hatte der Festakt eine im wahrsten Sinne des Wortes sehr persönliche Note. Mit der Eröffnung der neugestalteten Abteilung wurde der Pionier der Endoskopie in Linnich und Oberarzt der Inneren Medizin, Dr. Budisetijadi Lie, in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolge trat nun offiziell Privat-Dozent Dr. Christian Rabe an. Gerade diese Personalien dürften ausschlaggebend für eine Vielzahl von Gästen gewesen sein, die Gelegenheit zu nutzen, sich von Dr. Lie zu verabschieden. „Er war eine der vielen guten Seelen hier im Haus“, verbeugte sich ctw-Geschäftsführer Bernd Koch vor dem Mann, der in 32 Jahren die Endoskopie aus spartanischsten Verhältnissen zu einer florierenden Abteilung des Hauses aufgebaut hat.

Die neue Endoskopie ist nun im komplett 1. Stock des Krankenhauses untergebracht und beendet die bisherige wenig optimale räumliche Trennung von Untersuchungsbereich im Erdgeschoss und Aufbereitung im Obergeschoss. Der Umbau der Station B1 und des alten OP-Saals erfolgte in nur 30 Wochen. Allein die baulichen Maßnahmen verschlangen rund 600.000 Euro. Weitere 200.000 Euro wurden in die medizintechnische Ausstattung investiert. Auf 482 Quadratmetern sind lichte Untersuchungsräume, Anmeldung, Warte - und Konsultationsbereich sowie Aufwachraum untergebracht.

Die kurzen Wege erlaube optimierte Abläufe und eine Steigerung der ohnehin schon guten Untersuchungszahlen. „Das hier ist ein Vorzeigeobjekt. Das hat man nur ganz selten in Krankenhäuser dieser Größenordnung“, zeigte sich selbst Koch beeindruckt von der modernen Abteilung, and er Entwicklung Dr. Lie maßgeblichen Anteil hatte. „Das ist alles, was ich mir erträumt habe“, habe Dr. Lie einmal gesagt, erzählte Koch: „Ich freue mich, dass dieser Traum erfüllt wurde.“ Er dankte Scheidenden für herzlich für drei Jahrzehnte Aufbauarbeit, die Privat-Dozent Oberarzt Dr. Christian Rabe nun ebenso erfolgreich weiter führen möge. Koch:„Sie haben mit diesen Räumen einen sehr guten Start in Linnich.“

Vertraulich-herzlich verabschiedete Verwaltungschef Jann Habbinga Dr. Lie, der mit seiner Familie in Habbingas Nachbarschaft wohnte. Der „Einzeltäter“ Lie habe den Grundstein zu all dem gelegt, was an diesem Tag seinem Nachfolger übergeben werde. Der Ruhestand sei nun die nächste große Aufgabe, die „Budi“ zu bewältigen habe.

Dass ihm der Abschied nicht leicht fiel, war dem Mann des Tages deutlich anzumerken. In seinem Rückblick auf 32 Jahr Linnich „mit 90 Prozent Highlight und zehn Prozent Lowlight“ bedachte er mit Dank nahezu alle Einrichtungen des eigenen Hauses und viele Partner außerhalb. Sehr persönlich und bewegt war der Dank an Ehefrau Erika, „ohne die ich nicht hier wäre. Denn sie hat mir immer den Rücken freigehalten.“

Seinem Nachfolger wünschte Lie viel Erfolg, Er sei überzeugt, in Dr. Rabe den richtigen Mann gefunden zu haben.

Pionierarbeit

„Träume können nur wahr werden, wenn sie geträumt werden“, griff der Ärztliche Direktor des St. Josef-Krankenhauses, Chefarzt Dr. Gerhard Mertes, das mehrfach angesprochene Bild auf. Im Namen der gesamten Ärzteschaft dankte er Lie für die geleistete Pionierarbeit. Sie sei die Basis, auf der sich die Zukunft entwickeln könne. Dr. Lies Nachfolger empfing Mertes mit vielen Vorschusslorbeeren. Mit Privat-Dozent Dr. Christian Rabe werde das bereits beachtliche Spektrum der internistischen Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten im St. Josef-Krankenhaus erweitert. Konkret sprach Mertes dabei die Endosonografie (Ultraschall des Körperinneren) und die Kapselendoskopie an.

PD Oberarzt Dr. Christian Rabe schließlich zeigte sich in seiner Antrittsrede sehr angetan von dem Haus und dem Arbeitsumfeld. Bereits seit Februar 2012 in der „Einarbeitung“ habe er nicht nur eine hervorragende Mannschaft, sondern auch eine ausgesprochen gute Visceralchirurgie angetroffen. Die Zwischenbilanz des knappen Jahres sei positiv und biete den gesteckten Ziele, etwa Ausbau der gastroenterologischen Funktionstherapie oder der gastroenterologischen Ultraschalluntersuchung, ein solides Fundament.

Mit der Einsegnung durch Krankenhausseelsorgerin Helena Fothen wurde die neue Endoskopie ihrer Bestimmung übergeben. In ihre werden jährlich weit über 3000 Patienten untersucht und behandelt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert