Endgültiges Aus für Jülicher Rheinlandschau

Von: Volker Uerlings
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Haug-West verlässt Jülich un
Haug-West verlässt Jülich und zieht einen Schlussstrich unter die Rheinlandschau. Sie wird es nicht mehr geben - zum Leidwesen von Parkchefin Dorothee Esser (v.l.) und Geschäftsführer Günter Wolff. Foto: Uerlings

Jülich. Die Rheinlandschau war einmal der Jülicher liebstes Kind. Das ist lange her und kommt so schnell nicht wieder. „Wir haben beschlossen, die Rheinlandschau in Jülich nicht fortzusetzen”, erklärte am Montag Günter Wolff, Geschäftsführer des Veranstalters Haug-West, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Damit zieht das Unternehmen aus Krefeld einen endgültigen Schlussstrich. Das Kernproblem laut Wolff: „Die Einheimischen” machen nicht (mehr) mit, also Händler und Betriebe. Und die bildeten schließlich „den Kern einer Verbraucherschau”.

Seit Januar hatte die Gesellschaft im Brückenkopf-Park Räume bezogen und die Ausstellerwerbung forciert. Am Montag packten die Beschäftigten ihre Siebensachen, spätestens am Dienstag sollen auch alle Hinweisschilder verschwunden sein. Bis zum Schluss habe man zwar an die Realisierung der Messe geglaubt - sie sollte diesmal Ende Juni/Anfang Juli über die Bühne gehen -, aber in der vergangenen Woche das Handtuch werfen müssen. „Wir hatten schon 4000 Plakate geklebt, die stehen bei uns im Lager!”, sagte Wolff am Montag. Letztlich sei aber die geringe Beteiligung der Firmen aus Jülich und der engeren Umgebung trotz neuer Konzeption ausschlaggebend gewesen.

Am Jahresanfang hatte Haug-West gehofft, 200 Aussteller insgesamt für die Rheinlandschau zu gewinnen, bis Ende letzter Woche lagen 75 Zusagen vor.

„Wenn man davon absieht, dass sowohl die Autoschau und auch der Bauernmarkt sogar stärker nachgefragt waren, hätten wir in der Woche nur vier kleine Hallen zu bieten gehabt”, erklärt Wolff weiter. Und das wollte man Ausstellern und Besuchern wohl nicht zumuten. Die Abkehr der Ortsansässigen bringt er auf die Formel „Das Wir-Gefühl fehlte jetzt ganz”. Dabei habe man bewusst Sonderkonditionen zu sehr günstigen Preisen offeriert und auch eine andere Platz-Architektur nach Absprache mit den Interessenten geplant. So sollten mehrere Baldachin-Zelte in U-Form die Besucher gleich im Zelt mit örtlichen Anbietern und Programmpunkten „einsammeln”.

Möglicherweise geht die jetzt konstatierte negative Entwicklung noch auf die Rheinlandschau 2009 zurück, als es doch von Besuchern wie Ausstellern Klagen gegeben hatte. Manchen war damals das Angebot qualitativ und quantitaiv zu gering, der Eintritt zu teuer und/oder der Besucherandrang zu schwach.

Auch Park-Geschäftsführerin Dr. Dorothee Esser sieht keine Zukunft für eine solche Verbraucherschau in Jülich: „Das ist ein endgültiges Aus. Ich glaube nicht, dass man die Messe wieder aufleben lassen kann.” Sie empfinde die jetzige Absage als „herben Verlust”, da die Park-GmbH immer „hervorragend mit Haug-West zusammengearbeitet” habe.

Nach dem Ende der berühmten und geschätzten Ruchlinksy-Rheinlandschauen in Jülich scheitert nun der zweite Neuanlauf. Unter dem Titel „Jülich live” war die Messe auf dem Festplatz am Brückenkopf-Park kein Erfolg und unter Ägide von Haug-West einmal: 2005. Danach ging es wieder bergab.

Haug-West-Chef Wolff sieht allerdings neben der aus seiner Sicht mangelnden Akzeptanz durch „Einheimische” auch ein paar strukturelle Probleme von Verbraucherschauen. „Wir stellen fest, dass die kleinen und mittleren Standorte wegbrechen und eine Konzentration auf die Zentren stattfindet.” Zudem gibt es natürlich inzwischen en masse Konkurrenz für Produkte, die noch vor zehn Jahren gern auf einer örtlichen Messe gekauft wurden. Heute klicken sich die Kunden von zu Hause durch die Anbieter-Seiten im Internet.

„Das wars mit der Rheinlandschau?” - auf diese Frage antwortete Wolff am Montag: „Ich gehe davon aus. Es ist der Stadt natürlich unbenommen, es mit einem anderen Veranstalter zu versuchen...”
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