Kreis Düren - Ende der Abschiebekultur ist nah

Ende der Abschiebekultur ist nah

Von: Sandra Kinkel
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Im Kreis Düren gibt es jetzt ein Ambulantes Hospiz- und Palliativzentrum. Qualifizierte, palliativ weitergebildete Hausärzte und Pflegekräfte betreuen todkranke Menschen zu Hause. Foto: Sandra Kinkel

Kreis Düren. Der Kreis Düren hat ein „Ambulantes Hospiz- und Palliativzentrum” (AHPZ). Eine intensive Zusammenarbeit von Pflegekräften, Medizinern, Hospizbewegung und der Kontaktstelle „Trauerbegleitung” soll es schwerstkranken Menschen ermöglichen, zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung zu sterben.

Das AHPZ im Kreis Düren, das an die Wohnanlage „Sophienhof” in Niederzier angegliedert ist, ist das zweite Ambulante Hospiz- und Palliativzentrum in NRW. Zum AHPZ gehört ein so genanntes „Palliativ-Care-Team” mit fünf Palliativärzten, vier Palliativ-Pflegekräfte und drei weiteren Mitarbeitern. Seine Zuständigkeit umfasst etwa 270.000 Einwohner.

Gerda Graf, Geschäftsführerin der Wohnanlage Sophienhöhe: „Der Gesetzgeber hat den Weg eröffnet, auch besonders schwerwiegende, medizinische und pflegerische Versorgungsaufgaben zu Hause wahrzunehmen.” Durch die „spezialisierte ambulante Palliativversorgung” (SAPV), so Graf, werde den Menschen die Möglichkeit eröffnet, bis zu ihrem Tod zu Hause zu bleiben.

Dr. Rudolf Jegen, Chefarzt der Klinik für Anästhesie am Krankenhaus in Jülich: „Es ist unser Ziel, dass immer mehr Menschen zu Hause sterben. Zum einen natürlich, weil die Patienten das wollen. Zum anderen aber auch, weil das natürlich auch preisgünstiger ist.”

Und Dr. Martin Franke ergänzt: „Die Vernetzung und die enge Kooperation zwischen Hospizbewegung, Ärzten, Pflegepersonal, einem Apotheker und Trauerkontaktstelle ist neu.”

Die Mitarbeiter des AHPZ übernehmen je nach Wunsch eine Vollversorgung der betroffenen Menschen zu Hause oder stehen den Patienten und deren Angehörigen beratend in einigen Punkten zur Seite, um Hausärzte und Pflegedienst zu unterstützen.

Gerda Graf: „Es muss uns einfach gelingen, Sterbebegleitung wieder zu einem Stück unserer Gesellschaft zu machen. Und die Menschen befähigen ihre Familienangehörigen bis in den Tod zu begleiten.”

Denn das, so Gerda Graf, würde auch die Angehörigen für ihr ganzes Leben bereichern. „Bei uns sterben immer noch 70 bis 80 Prozent aller Menschen nicht zu Hause, sondern in Altenheimen oder im Krankenhaus.” Bei anderen Kulturen sei das anders. „Da gibt es längst nicht so eine Abschiebekultur wir bei uns.”

Wer sich näher über die Arbeit des AHPZ informieren möchte oder Hilfe in Anspruch nehmen will, kann sich direkt unter 02428/9570155 melden.
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