Einstimmung auf eine Zeit ohne Zivis

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Schnell wurde aus dem Erfahrungsaustausch mit Jens Kreuter, Bundesbeauftragter für den Zivildienst, (Mitte) eine spannende Diskussion um die Aussetzung von Wehr- und Zivildienst. Foto: Gottfroh

Selgersdorf. Die acht Zivildienstleistenden und vier ehemaligen Zivis, die sich um den großen Tisch des Lehrerzimmers der Stephanusschule in Selgersdorf versammelt haben, schauen sich ungläubig an. Einer der jungen Männer stößt einen Pfiff aus, als er aus dem Munde des Bundesbeauftragten für Zivildienst, Jens Kreuter, die unglaubliche Zahl hört.

1,8 Milliarden Euro würde es kosten, die täglichen Leistungen der Zivis auf dem Arbeitsmarkt zu kaufen. Kreuter, der die Stephanus-Zivis an diesem Tag zum Gespräch über ihre Erfahrungen bittet, gelingt es, die jungen Männer zu überraschen. Das Treffen in Lehrerzimmer, das als intensiver Austausch geplant war, entwickelt sich bald zur spannenden Diskussion. Und die gewinnt schnell an Fahrt.

„Was steht jetzt eigentlich zur Debatte? Zunächst sollte der Zivildienst verkürzt werden, nun soll er vielleicht ganz abgeschafft werden. Das versteht doch keiner”, meldet sich einer der Wehrdienstverweigerer zu Wort.

Kreuter erklärt die Situation: „Die Analyse der sicherheitspolitischen Lage hat ergeben, dass Deutschland auch ohne Wehrpflicht sicher ist. Das heißt: Für die Wehrpflicht gibt es keine Begründung mehr. Sie wird ausgesetzt; daran gibt es kaum einen Zweifel. Nach dem 1. Juli 2011 wird es sie nicht mehr geben - und damit auch keinen Zivildienst.”
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