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Eine Prise Nostalgie beim Kirchberger Mundartnachmittag

Von: ptj
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„Mir krieje de Käez net us“: So muss am Ende des amüsanten „Monkartnommedaachs“ die Feuerwehr anrücken. Foto: Jagodzinska

Kirchberg. Die Feuerwehr musste anrücken, um in der Kirchberger Bürgerhalle zu löschen – allerdings nur im Spaß. Der Sketch „Mir krieje de Käez net us“ beschloss den amüsanten „Monkartnommedaach“, ausgerichtet vom „Verein zur Pflege des heimatlichen Brauchtums“.

Für die Veranstaltung in der inzwischen geschlossenen Bürgerhalle hatte der Verein eine Sondergenehmigung der Stadt Jülich erhalten. Froh darüber, auf seinen beliebten Rheinischen Mundartnachmittag nicht verzichten zu müssen, verlegte er den traditionellen Termin zwei Wochen vor Ostern auf den Sommermonat Juni, in dem nicht geheizt werden muss.

Gerne folgten die Gäste in der vollbesetzten Bürgerhalle der Einladung, „ze schmunzele on ze laache övver löstije on ernste Saache“. Vor ansprechend gemütlicher Kulisse unterhielten die insgesamt 13 Kirchberger Bühnendarsteller mit einem ausgewogenen Programm aus Gedichten und Sketchen, zusammengestellt von Elisabeth Wolff, Fred Esser und Veronika Loevenich.

„Bedeent on informeet“

Eine Prise Nostalgie durfte bei den Versen nicht fehlen, etwa bei „Dörpschornal“ von Josef Heinrichs. Hier erzählte Vereinsvorsitzender Achim Cormann augenzwinkernd vom Einkauf im „Lädchen“, wo, wie früher üblich, „bedeent on informeet“ wurde. „Ja, schön...“ raunten einzelne Gäste im Publikum. Ein zweites Beispiel ist das vom Verein überarbeitete „Klassetreffe noh 50 Johr“ aus der Feder von Maria Luise-Schweiger, vorgetragen von Klara Germes. Der lockere Reim umriss Erinnerungen an die Schule, den ersten Kuss, Heirat und Kinderkriegen bis zu den Gebrechen des Alters, in denen sich viele Gäste durchaus wiederfinden konnten.

Den meisten Spaß bereiteten naturgemäß Sketche von Loriot, Josef Heinrichs, zumeist aber von unbekannten Verfassern. Frei nach Loriot spielten Korinna Schmitz und Thomas Czichowski die Lachnummer „Feierabend“ oder anders ausgedrückt: „Watt biste am donn?“ Auch das Missverständnis um „Tass odder Kännche“ im „Café Kooch“, aufgeführt von Margret Vaßen und Daniela Reinhard, stammt aus Loriots Feder.

Viele Lacher erntete auch „Wenn der Opa mit der Oma“, dargestellt von Irmgard Steffens und Herbert Johnen. Beide im Schlafanzug im Bettzeug, sie mit der Kirchenzeitung, er mit dem „Playboy“ in der Hand, diskutieren sie darüber, „es nochmal zu tun“. Schließlich klatschten sie begeistert zum Kinderlied „Backe, backe Kuchen“ in die Hände.

Klasse in Szene gesetzt waren „Adam und Eva“ alias Maritta und Helmuth Kieven. Die Stimme Gottes aus dem Lautsprecher übernahm Thomas Czichowski. Nicht ganz bibelgetreu gab Gott Adam Gebrauchsanweisungen zum „Bütze, köre und Sex“. „Herr, wat sin denn Koppping?“ lautete Adams letzte Frage.

Im abschließenden Sketch spielte das gesamte Ensemble mit. Nach einem gemeinsamen Abend, in dem alle ihrem Hobby oder der Hausarbeit nachgingen, zogen sie sich nacheinander müde zurück, immer mit dem Hinweis: „Dä letzte blööst de Käez us“. Als das nicht gelang, wurden wieder alle nacheinander aus dem Bett gerufen, zum Teil mit heruntergelassener Hose oder im Schlafgewand. Als aber niemand „De Käez us“ bekam, musst die Feuerwehr löschen.

Nach viel „Schwaad“ und Spaß sangen alle zusammen die dritte Strophe vom „Kirchberjer Leed“.

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