Jülich - Eine echte Perspektive für Menschen mit Behinderung

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Eine echte Perspektive für Menschen mit Behinderung

Von: Volker Uerlings
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Thomas Bachtenkirch ist einer
Thomas Bachtenkirch ist einer von zwölf Auszubildenden, die bei der Jülicher Firma AfB den von der IHK zertifizierten Ausbildungsgang „Fachpraktiker für IT-Systemelektronik” beginnen. Vize-Landrätin Liesel Koschorreck lässt sich von Projektleiter Peter Sittig die Details erläutern. Foto: Uerlings

Jülich. Ein bundesweit einmaliges Projekt in einem Unternehmen nimmt immer mehr Gestalt an. Im September startet bei der Jülicher Firma AfB gGmbH die Initiative „Werkstatt Ausbildung Beruf” (WAB).

Was sich so selbstverständlich anhört, ist es beileibe nicht. Denn Menschen mit Behinderung haben nur sehr eingeschränkte Chancen, eine qualifizierte Berufsausbildung zu absolvieren, sondern werden meist in Werkstätten für Menschen mit Handicap beschäftigt. Jetzt aber ist sozusagen „amtlich”: Im Technologiezen-trum Jülich werden sie zu „Fachpraktiker(-innen) für IT-Systemelektronik” ausgebildet.

Das dauert ganz normal drei Jahre und erfordert eine nunmehr anerkannte Abschlussprüfung. Das hat die AfB (Arbeit für Menschen mit Behinderung) in Abstimmung mit der Industrie- und Handelskammer zu Aachen auf den Weg gebracht. Die IHK hat den Ausbildungsgang inzwischen zertifiziert, wie die stellvertretende Landrätin Liesel Koschorreck beim Besuch in Jülich von Geschäftsführerin Monika Braun erfuhr.

Geschäft läuft immer besser

Wie bereits berichtet, ist ein „Motor” des Projektes der Landschaftsverband Rheinland gewesen, der die Idee der AfB bereitwillig aufgriff. Das Unternehmen setzt schon seit Jahren Menschen mit Behinderung ein, und das Geschäft läuft immer besser.

Das System läuft so: Große und mittlere Unternehmen überlassen der AfB ihre ausrangierten Computer und Peripheriegeräte wie Drucker oder Bildschirme. Im Technologiezentrum Jülich und weiteren Niederlassungen in Deutschland gehen die Mitarbeiter daran, die Geräte zu testen.

Was noch in gutem Zustand ist, wird so aufgerüstet, dass es problemlos verwendbar ist. Der Rest wandert in die Wertstoffsammlung oder zum Elektroschrott. Beim Testen, Zerlegen, Säubern, Aufrüsten und Wiederverkauf setzt die AfB gGmbH vornehmliche Beschäftigte mit Handicap ein. Die gebrauchte IT findet laut Monika Braun auch immer mehr Käufer.

Jetzt folgt der nächste Schritt mit dem eigenen Ausbildungsgang zum „Fachpraktiker für IT-Systemelektronik”. Gleich zwölf junge Leute nehmen im September die Ausbildung auf, davon sechs in Jülich, zwei in Köln und vier in Essen. Vorausgegangen ist eine viermonatige Praktikumszeit, denn die Kandidaten müssen sich mit der Materie vertraut machen. Die theoretische Ausbildung erfolgt für alle zwölf in Jülich, wo die AfB einen entsprechenden Schulungsraum betreibt.

Ob das noch lange so ist, muss bezweifelt werden. Denn Monika Braun und die AfB-Leitung suchen in Düren nach neuen Räumen. Die im Technologiezentrum Jülich, das ohnehin nur eine Starthilfe geben sollte, sind bald zu klein, und die Verkehrsanbindung des TZJ ist wenigstens für Menschen mit Behinderung, die zum Beispiel am Bahnhof ankommen, nicht eben ideal. Daher werden in der Kreisstadt Räume oder eine Halle von 600 bis 800 Quadratmetern gesucht.

Die stellvertretende Landrätin Liesel Koschorreck versprach, beim Kontakt zu den Wirtschaftsförderungseinrichtungen in Kreis und Stadt Düren behilflich zu sein - und nicht nur das. „Es ist auch sehr wichtig, diese Initiative im Kreis Düren noch bekannter zu machen, da sie Menschen mit Behinderung eine Perspektive bietet.”
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