Eine Datenautobahn für Kilobytes

Von: Otto Jonel
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Weg frei für Breitbandversorgung in Linnich: Beigeordneter Hans-Josef Corsten, Landrat Wolfgang Spelthahn und Bürgermeister Wolfgang Witkopp (v.r.) markieren den Ausbaubeginn. Foto: O. Jonel

Linnich. Es ist ein unspektakuläres Bündel, das Linnichs Beigeordneter Hans-Josef Corsten in der Hand hält. Ein schwarzes Kabel mit vielen bunten Strängen. Das Produkt ist der Lebensnerv einer auf Daten- und Informationsfluss basierenden Gesellschaft.

Durch die Glasfaserstränge jagen Datenmengen von 16.000 Kilobyte pro Sekunde und ermöglichen beispielsweise schnelle Internetverbindungen. In Linnich erfolgte jetzt quasi der Spatenstich zum flächendeckenden Breitband-Ausbau.

Bis die „Autobahn der Kilobytes” Daten transportiert, wird noch eine Weile vergehen. Denn das Geld, das Stadt und Kreis jetzt bereitstellen, dient lediglich dazu, Leerrohre zu verlegen, durch die später der Glasfaserstrang geschossen wird. In Linnich wird dieses Lehrrohr von der Rurtalbahn-Haltestelle SIG Combibloc zum Hauptverteiler der Telekom in der Brachelener Straße verlegt. Die dortige Kupferleitung bekommt mit dem Glasfaseranschluss einen „Schuss”, formuliert es Beigeordneter Hans-Josef Corsten, der die Breitband-Aktivitäten in der Rurstadt bündelt. Die Abnehmer werden diesen „Schuss” als Beschleunigung ihres Datentransfers, an einem „schnellen Internet” also wahrnehmen.

„Das ist ein Thema, das die Welt bewegt”, brachte Bürgermeister Wolfgang Witkopp, nach längerer Krankheit wieder im Dienst, die Bedeutung des Aktes auf den Punkt.

Gefeilt haben an der Umsetzung viele. Der Kreis reagierte schnell auf den Impuls der Bundesregierung, die weißen Flecken der unterversorgten Regionen auf der Datenfluss-Landkarte verschwinden zu lassen. „Wir haben dafür 1,5 Millionen Euro aus Mitteln des Konjunkturpakets II zur Verfügung gestellt.” Einzige Auflage bei der Verteilung: Der Kreis gibt den Kommunen genau so viel, wie sie selbst aufzubringen bereit sind. Im Falle Linnich kommen also derzeit zweimal 56.000 Euro zusammen.

Gerade mit dem Städtchen an der Rur habe sich die Kooperation als sehr gut erwiesen, lobte der Landrat. An einer Umfrage zum Bedarf an schnellen Datenleitungen hatten sich weit über 2000 Linnicher Haushalte beteiligt. „Das ist ein Rekordwert im Kreis”, meinte Spelthahn anerkennend.

Der Landrat stellte bei der Gelegenheit auch den wirtschaftlichen Faktor der flächendeckenden Breitbandversorgung heraus. Viele Freiberufler und Unternehmer hätten die fehlende Möglichkeit, Geschäftskontakte über Internet zu pflegen, als Standortnachteil bewertet und Abwanderung erwogen oder sich aus diesem Grund gegen eine Ansiedelung entschieden. Stolz ist der Landrat daher darauf, dass der Kreis Düren die Breitbandversorgung mit Elan anpackt. „Wir sind von allen Kreisen am weitesten gekommen. Wir haben Kabel verlegt, während andere noch diskutieren.”

In Linnich werden die 112.000 Euro nicht allein in die Leerrohrverlegung von der Rurtalhaltestelle bis zum Telekom-Hauptverteiler an der Brachelener Straße gesteckt. Rund 30.000 Euro davon fließen nach Tetz, wo beim Ausbau der Straße Büllerweg die Zukunft gleich eingearbeitet wird. Damit wird ein Ratsbeschluss umgesetzt, bei allen Erschließungs- und Straßenbaumaßnahmen das Rohr für das Glasfaserkabel mit in den Graben der Versorgungsleitungen zu packen.

Zu den Nutznießern der aktuellen Rohrverlegung in der Kernstadt zählen die künftigen Hausbesitzer des brandneuen Baugebietes Im Wiesengrund. Dort führt das Lehrrohr auf dem Weg zum Hauptverteiler direkt an der Haustür vorbei. Linnich hat weiteren Bedarf an „Glasfaser”-Mitteln beim Kreis angemeldet, und schon ein positives Signal erhalten.
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