Jülich - Einblicke in den FH-Campus Jülich

Einblicke in den FH-Campus Jülich

Von: Pia Wilbrand
Letzte Aktualisierung:
Zwei Neulinge am FH-Campus Jü
Zwei Neulinge am FH-Campus Jülich: Janina Möller aus Vlotho und der Jülicher Thomas Bläsen haben ein Chemie-Studium in der Herzogstadt aufgenommen. Die Einführungsphase finden sie ausgesprochen gelungen. Foto: Pia Wilbrand

Jülich. „Die erste Woche an der FH war megageil”, schwärmt Thomas Bläsen. Seit Anfang Oktober ist der 20-Jährige wie etwa 800 weitere Studenten offiziell am Campus in Jülich eingeschrieben, für das Fach Chemie sind es insgesamt 73.

Besonders gut habe ihm die Betreuung vom ersten Tag an gefallen. „Meine Betreuer waren Mädels aus dem fünften Semester. Die haben mit unserer Gruppe Kennenlernspiele gespielt, uns die FH gezeigt und damit alle Ängste genommen, die man so am Anfang hat.” Janina Möller stimmt ihrem Kommilitonen zu. „Ich kannte überhaupt niemanden hier, als ich angefangen habe. Durch diese Einführungsangebote hat sich das sehr schnell geändert.”

Janina ist 19 Jahre alt, ebenfalls für Chemie eingeschrieben und kommt aus Vlotho bei Bielefeld. Zur Erstsemesterparty in die Mensa ist sie allerdings nicht gegangen. „Ich war total fertig nach dem ersten Tag.” Von halb neun am Morgen bis halb acht am Abend sei sie an der Fachhochschule unterwegs gewesen. „Ich wurde da mit Informationen zugeballert, das war eine Nummer zu viel an neuen Eindrücken. Ich bin dann in meine Wohnung zurück, da hatte ich auch noch ein bisschen zu tun.”

Die Wohnungssuche habe sich relativ schwer gestaltet. „Im Internet habe ich nichts gefunden.” Janina hat dann den Spieß einfach umgedreht. „Ich habe eine Annonce aufgegeben, dass ich noch auf der Suche bin. Fünf Leute haben sich gemeldet. Jetzt wohne ich in einem privaten Haushalt.”

Thomas dagegen lebt noch bei seinen Eltern wenige Minuten von der FH entfernt. „Wenn ich früher hier vorbeigekommen bin, habe ich mir schon gedacht: Da möchtest du auch mal studieren.” Um das „Hotel Mama” beneidet Janina ihn schon ein wenig. „Aber du bekommst doch auch alles von deinen Eltern bezahlt”, kontert Thomas. „Ja, aber mit dem Geld muss ich trotzdem haushalten. Außerdem muss ich jetzt alles selber waschen, putzen, einkaufen gehen, kochen und nebenbei die Uni schmeißen.” Einen Nebenjob wollen sich beide Studenten suchen, allerdings erst, wenn sie sich an den Unialltag gewöhnt und sich eingelebt haben. Der Traumjob beider wäre eine Stelle als studentische Hilfskraft im Forschungszentrum. „Das hätte schonmal was mit unserem Studium und dem späteren Arbeitsleben zu tun. Aber die Stellen sind natürlich sehr begehrt.”

Die jungen Studenten haben sich hohe Ziele gesetzt: Beide wollen einen Doktor in Chemie machen. Thomas, der im Themenfeld Genetik promovieren möchte, weiß schon seit der Schulzeit, dass er sich beruflich in den Naturwissenschaften orientieren wird. Bei Janina verlief der Werdegang etwas anders. „Mein Fachabi habe ich im Bereich Innenarchitektur gemacht, aber da sind die Jobchancen nicht so der Bringer.”

Bevor sie sich an der FH eingeschrieben hat, schaute Janina sich verschiedene Hochschulen an. „Jülich ist es dann geworden, weil es neue Labore und neue Technik gibt. Das Gedamtbild hat einfach gepasst.” Auch der Standort selbst sei attraktiv gewesen. „Es gibt das Forschungszentrum und ansonsten ist die Industrie hier in der Umgebung auch recht ausgeprägt.” Mit den Vorlesungen seien Janina und Thomas auch sehr zufrieden. „Alle Professoren sind cool und machen auch schon Mal Witze. Dabei sind sie Fachleute mit Leib und Seele”, sagt Thomas.

„Die anderthalbstündigen Vorlesungen gehen schneller vorbei als 45 Minuten in der Schule.” Da habe Janina ständig ungeduldig auf die Uhr gesehen. „Ich glaube das liegt auch daran, dass wir jetzt etwas machen, was wir wirklich machen wollen. Da steckt kein Zwang dahinter”, erklärt Thomas.

Selbstdisziplin ist dagegen jetzt angesagt. „Wir haben interne Praktika, auf die wir uns selbstständig vorbereiten müssen”, sagt Janina. „Wenn der Prof merkt, dass du kein Hintergrundwissen hast, bekommst du keinen Stempel und musst das Praktikum nachholen.”

Um die neuen Studenten auf einen Wissensstand zu bringen, bietet die Fachhochschule auch Einführungskurse an. „Das ist sehr hilfreich, aber um Welten anspruchsvoller als in der Schule.”

Janina und Thomas nehmen ihr Studium zwar merklich ernst, aber als echte Studenten gehen sie auch gerne feiern. „Da gibt es hier auch erstaunlich viele Angebote.” Entweder besuche man eine Studentenparty im Kulturbahnhof oder treffe sich im Pub. „Wir Einheimischen wissen ja auch immer, wo ansonsten etwas los ist. Maifeste, Halloweenpartys - das geben wir dann auch den Neuen so weiter.”

Das nächste universitäre Highlight sei der Erstsemester-Ausflug in die Eifel. „Klar, feiern werden wir bestimmt auch ein bisschen”, meint Thomas. „Aber wir bekommen dann auch noch einmal die Möglichkeit, mit Professoren zu sprechen und etwas über die Hochschulpolitik zu erfahren.”

Außerdem fördere so etwas den Zusammenhalt unter den Studenten und der würde im weiteren Studienverlauf noch sehr wichtig werden. „Denn irgendwann muss man sich Hilfe bei anderen holen und sich untereinander engagieren, sonst wird das Studium nur schwer schaffbar sein.”
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