Linnich - Ein Vorhang symbolisiert den Abgesang auf die Stadthalle

WirHier Freisteller

Ein Vorhang symbolisiert den Abgesang auf die Stadthalle

Von: Kr.
Letzte Aktualisierung:
Kunstaktion Frauen Stammtisch
Wie wird es einmal mit der Stadthalle enden? Diese Frage stellten die Frauen des Stammtisches, hier mit Anton Muckel, mit ihrer Aktion und erinnerten aber auch an bessere Zeiten. Foto: Kròl

Linnich. Passanten, die in diesen Tagen an der Linnicher Stadthalle vorbei kommen, halten verwundert inne. „Tut sich nun doch endlich etwas an dem maroden Gebäude?”, fragten sie sich beim Anblick der mit Plane verhängten Front.

Doch spätestens, wenn der Blick auf die riesige schwarze Schleife fällt, wird klar: Dies ist keine Baumaßnahme. Es ist vielmehr eine Kunstaktion, die der Linnicher Frauenstammtisch im Rahmen des Linnicher Kultursommers initiierte.

Die Künstlerin Agnes Hasse aus Ederen hatte die Idee zu diesem „Verhängnis” und mit Unterstützung der Stammtischfrauen sowie der Firma Gerüstbau Anton Muckel, die unentgeltlich hier arbeitete, wurde die alte Linnicher Stadthalle in bester Christo-Manier verhüllt.

Es soll in erster Linie ein Fingerzeig für die Verantwortlichen der Stadt sein, dass endlich etwas passieren muss. Das Gebäude am Stadteingang ist mittlerweile ein wahrer Schandfleck geworden; Bürgern und Vereinen fehlt außerdem ein dringend benötigter Versammlungsort.

„Kunst ist eine wunderbare Ausdrucksform, uns den Alltag und die Gegenwart neu näher zu bringen”, meinte Justus Peters, der die Gäste zum „Verhängnis” vor der Stadthalle begrüßte. An die Künstlerin gerichtet sagte er: „Ihre Aktion macht nachdenklich, wehmütig aber auch hoffnungsfroh.”

Für den Frauenstammtisch hieß Helga Schieffer die zahlreichen Gäste willkommen. Sie erinnerte dabei an die vielen schönen Feste, Bälle, Karnevalssitzungen und, und und..., die einst in der Stadthalle gefeiert wurden. Am 4. Juli 1951, als halb Deutschland noch in Schutt und Asche lag, feierte man die Einweihung der Stadthalle. Damals sagte Bürgermeister Rübkamp: „Diese Stadthalle ist kein Luxus, aber eine Notwendigkeit.”

Heute ist es ganz anders um die Stadthalle bestellt. Alles Leben ist aus ihr gewichen. Statt glänzender Bälle, so Helga Schieffer, wurden im Inneren Lagerfeuerchen entfacht. Sie schloss mit den Worten: „Ein von den Bürgern gern und viel genutztes Haus versteckt sich nun verschämt hinter einem Vorhang und wartet auf den Abgesang - den Abrissbagger.”

Die Frauen des Stammtisches hatten außerdem ein kleines Frage-und-Antwort-Spiel im Zusammenhang mit der Stadthalle vorbereitet. Damit legten sie noch einmal den Finger in die Wunde. Sie ließen den Antworten Raum auf die Fragen: Was denke ich? Was fühle ich? Und was will ich?
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert