Ein Organisationstalent im Forschungszentrum

Von: Gerda Kròl
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Mit Leib und Seele bei der Sache: Andrea Borch brennt für „ihr” Schülerlabor. Foto: Kròl

Jülich. „Hätte ich das als Kind erfahren, was unsere jungen Gäste heute im Schülerlabor erleben dürfen, ich hätte mit Sicherheit einen naturwissenschaftlichen Beruf ergriffen”, davon ist Andrea Borch fest überzeugt. Doch auch so ist sie mit ihrem Leben und ihrer Berufswahl rund herum zufrieden.

1966 in Düren geboren, besuchte sie dort nach der Grundschule das St. Angela Gymnasium und legte später an der höheren Handelsschule ihr Fachabitur ab. Anschließend absolvierte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau im Forschungszentrum Jülich (FZJ) und wurde als Einkäuferin übernommen. Sechs Jahre später war sie Assistentin der kaufmännischen Leitung im Institut für Chemie. Es folgte eine Familienpause von sechs Jahren und ihre Rückkehr zum FZJ und zwar zur Europäischen Spallationsquelle.

Als Karl Sobotta 2002 mit dem Aufbau des Schülerlabors begann, übernahm sie die Aufgaben der Projektassistentin und ist bis heute mit Leib und Seele bei der Sache. Mittlerweile hat sie auch den kompletten Aufgabenbereich der Schülerförderung übernommen, organisiert den „Girls day” ebenso wie den regionalen Teil von „Jugend forscht” und betreut die Vorbereitung des BRD-Nationalteams zur Physik-Olympiade.

Faible für die Physik-Olympiade

Besonders letzteres liegt ihr sehr am Herzen. Sie ist deshalb bemüht, den Wettbewerb aus seinem Schattendasein zu holen. „Deutschland sucht überall den Superstar, warum nicht auch den Superphysiker”, findet sie. Durch ihre Arbeit im Schülerlabor hat sie ihre Leidenschaft für die Naturwissenschaften entdeckt. Sie versucht, sie bei jungen Menschen populär zu machen und erklärt rund heraus: „Naturwissenschaften sind supergeil.”

Deshalb engagiert sie sich neben ihrer Tätigkeit im Schülerlabor mit Karl Sobotta ehrenamtlich bei „Exploregio net”, einem Zusammenschluss außerschulischer Lernorte in der Euregio. In der Aquise und Organisation ist sie dort tätig. Zu ihrem Arbeitsbereich gehören das Einwerben von Spendengeldern ebenso wie die Organisation von Lernfesten und Feriencamps.

Doch wenn Andrea Borch nach einem langen und oft auch sehr anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommt, ist noch nicht Feierabend. Die Familie fordert ihr Recht. „Wir sind eine typische Patchwork-Familie”, sagt sie.

Fünf-Personen-Haushalt

Aus ihrer ersten Ehe brachte sie zwei Söhne mit und die zehnjährige Tochter ihres Ehemanns, mit dem sie seit anderthalb Jahren verheiratet ist, lebt ebenfalls mit im Haus. Der Fünf-Personen-Haushalt stellt natürlich große Anforderungen, doch Andrea Borch ist schließlich ein Organisationstalent. So muss jedes Familienmitglied täglich kleinere Arbeiten erledigen und am Freitagnachmittag wird gemeinsam das Haus geputzt.

Ist die Mutter dann am Wochenende in Sachen „exploregio” unterwegs, begleiten die Kinder sie häufig. Ihre beiden Söhne übernehmen bereitwillig Aufgaben im neu angeschafften „exploregio-Mobil”. Doch stehen keine offiziellen Termine an, nimmt sich das Ehepaar Borch am Wochenende auch gerne eine Auszeit und setzt sich mit dem Wohnwagen an die Mosel ab.

„Wir haben ja noch eine ganz junge Beziehung und da sind, bei dem großen Stress den wir haben, solche Auszeiten ungeheuer wichtig”, erklärt sie. Den Stress aber, den sie tagtäglich erlebt, empfindet Andrea Borch nicht als belastend. „Es ist ja positiver Stress. In dem was ich tue, liegt mein Herzblut. Dafür brenne ich”, bekennt sie.

Abendstudium ist angedacht

Mittlerweile denkt sie sogar ernsthaft darüber nach, ein Abendstudium der Betriebswirtschaft zu absolvieren. „Meine Familie will mich darin unterstützen. Schließlich lebe ich ja mit erwachsenen Menschen zusammen”, erläutert sie stolz.
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