Rödingen - Ein „Nüngerleinzüppchen” aufgetischt

Ein „Nüngerleinzüppchen” aufgetischt

Von: ptj
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historetten bild
Vorstellung der neuen Historetten-Ausgabe: Gastautorin Martha Esser liest vor. Foto: Jagodzinska

Rödingen. Erstmals bei der Vorstellung einer neuen Historetten-Ausgabe war die ehemalige Gaststätte „Kapellchen”, heute „Geschichtshaus”, bis auf den letzten Platz gefüllt.

Das mag auf die erhöhte Internet-Präsenz oder die versprochene mittelalterliche Suppe „Neunstärke” zurückzuführen sein, aufgetischt von der Rödinger „Historetten-Gruppe”.

Die schmackhafte Kräutersuppe auf Giersch-Basis mit Löwenzahn- und Brennesselblättern, in Rödingen früher „Nüngerleinzüppchen” genannt, aß man vom Mittelalter bis in die Neuzeit traditionell am Gründonnerstag. „Neunstärke” deshalb, weil das variable Grundrezept neun Kräuter enthält. Dieses Rezept und eine kräftigere Variante dürfen in der von Paul Karge illustrierten siebten Auflage der Historetten natürlich nicht fehlen. Gleichermaßen erfolgreich waren bisher alle Ausgaben, für Franz-Felix Schüller darf es ruhig so „langweilig” bleiben. Der Wortführer der Historetten-Historiker begrüßte vier Gastautoren: Nicht zum ersten Mal würzten Martha Esser und ihr Bruder Karl Lessenich mit ihren Beiträgen die „Geschichten in der Geschichte”. Newcomer sind Walter Kreuzberg und Ute Blanke. „Der ausgewiesene Sozialhistoriker” Hans-Bert Cremer hingegen schrieb zum sechsten Mal die Aufmacherstory, aktuell über den Rödinger Lebküchler und Zuckerbäcker „Zucker-Bücker”.

Schwestern überfahren

Mit ihrem dritten Teil endet die Geschichte über das Rödinger Krankenhaus, das wegen Schwesternmangels Ende 1957 schließen musste. Mitverantwortlich war ein rasender Mercedesfahrer, der vier Schwestern überfuhr und zwei auf der Stelle tötete. Ein Foto zeigt die aufgebahrten Schwestern vor dem Altar in der Pfarrkirche. Am Tag der wahrscheinlich größten Beerdigung Rödingens wurden sie sogar vor dem Kirchenportal auf der Straße aufgebahrt.

Vom „verkohlten Mann am abendlichen Feuer” oder von Gespenstern, Totenuhren, Leichenvögeln und Werwölfen handeln Geschichten von Vielschreiber Franz Felix Schüller. Weil Rödingen der Ort mit der „größten Gespensterdichte im ganzen Rheinland” ist, liegt die Idee nahe, eine Gespensterführung zu planen. Der Termin steht noch nicht fest, aber „nur ein Einziger kann eine solche Führung machen, Karl Lessenich”, wie es Schüller auf den Punkt brachte. Fest steht hingegen ein anderes Event als Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Geschichtsverein: Ein historisches Tuppen, bei dem man mit Kreide auf den Tisch schrieb, soll am 29. Mai im Kapellchen stattfinden.

Die von Kassierer David Kibilka geführte Internetseite unter http://www.historetten.de wurde in dem einen Jahr ihres Bestehens 180 Mal monatlich angeklickt und verfügt inzwischen über einen Online-Shop. Geplant sind des Weiteren eine Zeittafel und „Interessantes über Rödinger Persönlichkeiten” wie Pfarrer oder Bürgermeister. Die „Historetten” sollen aber Print-Medium bleiben.
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