Jülich - Ein kleines Stückchen Kölle in der Herzogstadt

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Ein kleines Stückchen Kölle in der Herzogstadt

Von: Simone Dolfus
Letzte Aktualisierung:
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Ein Stück Kölle an der Rur: Tommy Engel und seine Band begeisterten mit ihrem Bühnenprogramm das Publikum im Kulturbahnhof. Foto: Dolfus

Jülich. Die Welt ist klein, und letztlich ist Jülich quasi ein Vorort von Köln. So kam es den rund 400 Gästen des Konzerts von Tommy Engel im Kulturbahnhof vor. Der kölsche Sänger und Entertainer ließ auf Einladung der KG Ulk Jülich und des KuBa das Herzblut und die Atmosphäre vom Rhein an die Rur schwappen.

Im für den Kölner ungewohnt kleinen, „kuscheligen” Rahmen der KuBa-Halle drängten sich die Zuhörer dicht an dicht. Die Luft hatte etwas von einer Sauna, aber das passte durchaus in das Konzept von Tommy Engels Jubiläumsprogramm, das gespickt war von Liedern, die ihn im Laufe seiner langen Karriere in irgendeiner Form begleitet haben. Im vergangenen Jahr wurde der Musiker 60 Jahre alt, davon steht er bereits 50 Jahre auf der Bühne!

Angefangen bei den Beatles, von denen Engel seit den 60er Jahren inspiriert wurde, über seine Zeit bei den Bläck Fööss bis hin zu LSE, deren Klassiker „Saunaboy” natürlich nicht fehlen durfte. Passend dazu streifte Engels einen dicken Bademantel über und lachte: „Als ob et hier nit at wärm jenoch wör!” Herzlich sei er in der Herzogstadt aufgenommen worden, berichtete er vom „lecker Fleischsalat” des Ulk und KuBa-Catering.

Und er schilderte auch, dass er wohl schonmal in Jülich gewesen sein müsse. Davon zeuge eine Unterschrift von 1978 in einem Buch. Erinnern könne er sich daran indes nicht, wohl aber an den Ort Pier und dessen damaligen Pastor. „Dat wor dä standhafteste Jeistliche, den ich kenn. Dä kunnt suffe!”

Mit seiner charmanten, zuweilen frechen Art und einer Fülle lockerer Sprüche eroberte Tommy Engel die Jülicher im Sturm, aber auch musikalisch dürfte niemand bereut haben, den Grand Prix im TV verpasst zu haben. Begleitet von seiner erstklassigen Band entfaltete Tommy Engel seine fantastische Stimme vor dem begeisterten KuBa-Publikum.

Das sang vor allem bei den bekannten Bläck Fööss-Liedern aus tiefster Seele mit und lauschte fasziniert, als Engel in der zweiten Konzerthälfte mit enormem Stimmvolumen zu mit kölschen Texten belegten Opernarien anhob. Der Sänger gab gewohnt schnoddrig zu, manche Lieder zeitweise gehasst zu haben, die er zu oft habe singen müssen. „Dat macht einen richtisch aggressiv, und wie aggressiv!”

Kölsche Volkslieder

Andererseits fand er toll, wie viele seiner Songs heute „Volkslieder” im besten Sinne geworden seien. „Es gibt Lieder, die kennt man auch in 25 Jahren noch. Auch wenn keiner mehr weiß, wer sie gesungen hat. Dat is och ejal. Hauptsache, se wäde jesunge.”

Und wie sie gesungen wurden - ob „Katrin” , „Ming eetste Fründin” oder „Help”. Aber auch Tommy Engels neuere Lieder wie „Du bes Kölle”, „Ich ben keine Engel” oder seine mahnende Erinnerung an den Einsturz des Kölner Stadtarchivs „Und dann es et widder keiner jewäse” kamen beim Jülicher Publikum sehr gut an.

Der Auftritt endete nicht ohne mehrfache Zugabe und begeisterten Applaus. Und spätestens bei den Klängen von „In unserm Veedel” wurden die Wunderkerzen rausgeholt, bevor Engel und Band sich mit der Reminiszenz an Trude Herr „Niemals geht man so ganz” endgültig verabschiedeten.
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