Jülich - Ein Kampf für Kinderrechte

Ein Kampf für Kinderrechte

Von: ptj
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Schirmerschüler stellen Arbeitsergebnisse zum „Tag der Kinderrechte” vor: Unser Bild zeigt Calvin Bock (l.) und Perparim Hoxha. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Eamizero Y´Ubuzima” bedeutet Lebenshoffnung in „Kinyarwanda”, der Sprache Ruandas. Diesen Namen trägt ein sich im Aufbau befindendes Zentrum für Kinder mit geistiger Behinderung in Kibirizi/Butare in Ruanda.

Für dieses Projekt, eines von vielen des Heinsberger Vereins „Wir für Ruanda”, haben Schirmerschüler mit dem Verkauf von attraktiven, selbst gebastelten Buttons knapp 100 Euro erzielt.

Eine Aufschrift der verschiedenen aufgemachten Anstecker lautet „Tag der Kinderrechte” mit einem stilisierten Erdball und vielen Menschen, die an ihm haften.

Schüler recherchierten selbst

„Wie seid ihr auf Ruanda gekommen”, fragte Dietmar Mauermann, der mehr als 30 Jahre als Sozialpädagoge im Heilpädagogischen Zentrum tätig war. Er besuchte die Förderschule, um den Klassen fünf bis sieben das Land Ruanda und das dortige Projekt vorzustellen. Er erfuhr: Lehrerin Christina Borghard hatte den lernbehinderten Schülern vom Projekt erzählt und ihnen die Wahl gelassen, den Empfänger der gesammelten Gelder zu bestimmen.

Die Schüler hatten in zwei Projektgruppen zum „Tag der Kinderrechte” am 20. November recherchiert und herausgefunden: „Viele Kinder haben keine Rechte” auf Bildung, Gleichheit, elterliche Fürsorge, gewaltfreie Erziehung, Freiheit, Gesundheit, Meinungsfreiheit, Schutz vor Ausbeutung oder im Krieg und keine besondere Hilfe bei Behinderung.

Wie es werden soll

Die Schüler hatten zu jedem Thema kleine Bilder im Wunschzustand gemalt und auf eine Stellwand geheftet, deren Rückseite Verstöße gegen die Kinderrechte zeigte. Menschen mit einer Behinderung, nach dem Paradigmenwechsel in der Sonderpädagogik als „Menschen mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen” bezeichnet, sind in Drittländern in vielfacher Hinsicht benachteiligt.

In Ruanda leiden sie wie ihre Mitmenschen zunächst an den Folgen des Genozids an den Tutsi von 1994, als mindestens 800.000 Menschen starben. Zu diesem Zeitpunkt gründete sich der Verein „Wir für Ruanda”. In dem ostafrikanischen Binnenland leben Behinderte in ihren Familien. „Wenn sie Glück haben, gehen sie ein paar Jahre zur Schule. Wenn die Eltern sterben, gibt es dort keine Möglichkeit zur Betreuung”. Dies erläuterte Mauermann in einer gut einstündigen Powerpointpräsentation über Ruanda.

Mauermann hatte sich nach seinem Ausscheiden aus dem Beruf gefragt, wie er sein „Wissen und seine Erfahrungen zum Nutzen anderer Menschen einsetzen kann” und stieß auf den Heinsberger Verein. Der Sozialpädagoge reiste nach Ruanda, wo er sich umsah. Die Fotos dieser Reise zeigte er den Schülern. Sie boten einen weitreichenden Überblick über das hügelige, für afrikanische Verhältnisse saubere Land mit seinen Bananenbäumen, seinem Reis-, Kaffee- und Teeanbau.
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