Ein Jahr moderne Schrittmacher in Jülich

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Chefarzt Dr. med. Klaus Hindri
Chefarzt Dr. med. Klaus Hindrichs (Chirurgie) und Oberarzt Dr. med. Mario Meuser (Innere Medizin) implantieren Herzschrittmacher - und sind überrascht vom Zulauf. Foto: St. Elisabeth-Krankenhaus

Jülich. Seit einem Jahr implantieren Mario Meuser und Klaus Hindrichs im St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich Patienten mit Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche moderne Herzschrittmacher.

„Im ersten Jahr wurden unsere Erwartungen weit übertroffen”, sagt Meuser, Oberarzt der Inneren Medizin und Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie.

„Wir haben 75 Patienten mit langsamen Herzrhythmusstörungen einen modernen Herzschrittmacher implantiert”, beziffert der Kardiologe die Ein-Jahres-Bilanz. „Für ein Haus unserer Größenordnung ist das ein toller Erfolg”, ergänzt Hindrichs, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie. „Wir hatten zunächst mit etwa 30 bis 40 Patienten gerechnet”, erklärt der Chirurg.

Eine sorgfältige Voruntersuchung

Ziel der Schrittmacherimplantation ist es, Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und die Langzeitprognose der Patienten mit bradykarden (langsamen) Herzrhythmusstörungen zu verbessern. Einen permanenten Schrittmacher implantieren die Fachärzte in der Regel bei der sogenannten symptomatischen Bradykardie. Der Patient leidet dabei unter akuten Beschwerden von Bewusstlosigkeit bis Schwindelattacken. Zudem profitieren Patienten mit ausgeprägter Herzschwäche von speziellen Schrittmachersystemen.

Zunächst erfolgt eine sorgfältige Analyse der zugrunde liegenden Herzrhythmusstörungen und der Grunderkrankung in enger Absprache mit dem Hausarzt. Um Rhythmusstörungen zuverlässig zu identifizieren, unterzieht sich der Patient einem Langzeit-EKG über 24 Stunden oder bis zu zehn Tagen. Legt der Kardiologe Meuser dann fest, dass ein Herzschrittmacher notwendig ist, wählt er das geeignete Schrittmachersystem und den zu programmierenden Schrittmachermodus für jeden einzelnen Patienten nach internationalen Leitlinien aus. Ziel ist es, das normale Leben des Patienten zu erhalten.

Der Operations-Vorgang

Das Einsetzen eines Herzschrittmachers geht anschließend sehr schnell und dauert meist weniger als eine Stunde. Der Patient erhält eine lokale Betäubung, dann nimmt der Chirurg einen kleinen Hautschnitt, meistens unterhalb des rechten Schlüsselbeins, vor. Den Schrittmacher setzt er unter die Haut in die „Hauttasche” ein. Nun schieben die Ärzte die Elektroden unter röntgenkontrollierter Sicht durch eine Vene bis in das Herz, wo sie im Herzvorhof oder in der Herzkammer verankert werden.

Zunächst überprüfen die Fachärzte, ob die Elektroden funktionieren, dann schließen sie sie an den Schrittmacher an. In den ersten Tagen nach dem Eingriff sollte der Patient keine größeren Bewegungen mit der Brust- und Armseite machen, in der sich der Herzschrittmacher befindet, da die Elektroden erst einwachsen müssen und sich sonst eventuell verschieben könnten.

Erhält ein Patient zum ersten Mal einen Herzschrittmacher, bleibt er zwischen drei und zehn Tage im Krankenhaus. Die Dauer richtet sich nach dem Befinden des Patienten. Nach zehn Tagen entfernt zumeist der Hausarzt die Fäden im Wundgebiet.

Nachsorge: Alle sechs Monate

Die sachkundige Nachsorge übernimmt meist ein niedergelassener Kardiologe. Diese Nachsorge erfolgt in der Regel alle sechs Monate und umfasst das optimale Anpassen des Schrittmachersystems an den Patienten sowie die Bestimmung der Energieabgabe, um die längstmögliche Laufzeit des Schrittmachers zu erreichen, und das Erkennen und Beheben von eventuell auftretenden Komplikationen.

Die Lebensdauervon Herzschrittmachern

Der optimal eingestellte Herzschrittmacher arbeitet etwa sechs bis zehn Jahre, bevor die Batterie erschöpft ist, wobei die Zeitspanne von der Grunderkrankung des Patienten abhängt.

Die Schrittmacherkontrollen bestimmen sehr genau, wann die Batterie erschöpft ist: Wenn es so weit ist, wechseln die Ärzte im Krankenhaus sie, der Patient bleibt für etwa drei Tage in stationärer Behandlung.

Weitere Informationen gibt die Caritas, Trägergesellschaft West Düren.

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