Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Ein Hund ist ein Pförtner auf vier Beinen

Von: ng
Letzte Aktualisierung:
hund meier bild
Hundetrainer Max Meier weiß, was Hunde wollen. Im Kulturbahnhof referierte er über den richtigen Umgang mit den Tieren. Foto: Gottfroh

Jülich. „Was Hunde wirklich wollen” - das hat der Hundetrainer Max Meier im Kulturbahnhof 135 Haltern erklärt. „Hunde sind Instinkt-geleitet”, so Meier. Jagdinstinkt, Sexualtrieb, Territorialverhalten und der Rudelinstinkt lenken die Hausgenossen mit der kalten Schnauze.

Auch wenn Hunde bekanntlich die besten Freunde der Menschen sind, so kann ihr Beschützer- und Territorialverhalten den geduldigsten Zweibeiner einmal nerven. Auch wenn es rührend ist, dass die Tiere ein ausgeprägte „Bodyguard-Verhalten” an den Tag legen und das menschliche Rudel beschützen möchten - für den Menschen kann das ständige kläffen und Dominanzverhalten des Tieres auch manchmal stressig werden.

So zum Beispiel, wenn der geliebte Vierbeiner den Besuch gefährlich ankläfft und versucht, ihn am Eintreten zu hindern. Auch beim gemütlichen Grillabend kann der haarige Freund sein Herrchen zur Weißglut treiben, wenn er bei jedem Geräusch zum Gartentor läuft und die Passanten, die in sein Hoheitsgebiet eindringen, zu vertreiben versucht.

Aber nicht nur für Herrchen, auch für den Hund bedeutet die Beschützeraufgabe Stress pur. Schließlich, so fühlt er, ist er der- jenige, der aufpassen muss. Er ist es, der nicht abschalten kann und bei jedem Geräusch nach dem Rechten sehen muss, weil das menschliche Rudel sich von den „Eindringlingen” nicht stören lässt.

Ein solches Verhalten, das bei den Tieren auch in Frustration und Aggression umschlagen kann, kann man dem Tier mit ein paar Tricks abgewöhnen, verrät der Hunde-Profi. „Viele Probleme sind vom Menschen gemacht. Wenn man dem Tier einen zentralen Platz in der Wohnung als Liegeplatz zuweist, kommt der Hund nicht zur Ruhe und muss ständig nach dem Rechten sehen”, berichtet Meier.

„Vor allem, wenn der Vierbeiner seinen Stammplatz im Flur hat, hat das Herrchen dem Tier damit ungewollt die Aufgabe des Pförtners übertragen, der aufpasst dass kein ungebetener Gast hereinspaziert, aber auch allen anderen Besuchern die Hölle heißmacht.”

Der Hundetrainer weiß aber auch, wie man Abhilfe schafft: Wenn man Bellos Liegeplatz dezentralisiert und seinem Tier beim Eintreten des Besuchs signalisiert: „Halt, ich bin der Rudelführer. Ich kontrolliere selbst und habe alles im Griff.” Unter diesen Umständen wird sich das Verhalten des Tieres nach ein paar Wochen verändern, denn die Tiere beobachten dieses menschliche Verhalten und merken dann nach einer Weile, dass Herrchen ihm einen Teil der Kontroll-Aufgaben abnimmt.

Vor allem aber Bellos Jagdinstinkt macht den Hundehaltern gelegentlich zu schaffen. Hat der Hund erst einmal die Witterung des Kaninchens aufgenommen, flitzt er auch schon los, hinein in das dichteste Gebüsch und ist für den verzweifelten Halter nicht mehr auffindbar. Nach einiger Zeit kommen die Tiere dann glücklich und zufrieden zurückgetrottet - zufrieden deshalb, weil sie einem natürlichen Instinkt gefolgt sind.

„Der Jagdinstinkt steckt mehr oder weniger in jedem Hund”, so Meier. Aber auch hier hat der Trainer einen Rat parat: „Mit Nahrung kann man das Tier gezielt trainieren und versuchen, der Jagdtrieb umzulenken. Wenn man Futter - keine Leckerchen - als Ersatzbeute fungieren lässt und die Tiere sich das Essen erst verdienen müssen, kann man das ständige Weglaufen eindämmen.”

Erst wenn Futter nicht mehr selbstverständlich sei und das Tier sein Fressen erst erbeuten muss, dann ändere sich sein Verhalten. Für fast jedes Problem von Zeitgenossen, die auf den Hund gekommen sind hat der Fachmann einen passenden Tipp.

Aufgrund des Zuspruchs im KuBa gibt es eine zweite Auflage des Vortrags „Was Hunde wollen”. Anmeldungen werden bei Max Meier unter 02461 9959436 bzw. 0173 2814634 erbeten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert