Ein Eckpfeiler der Forschung

Von: hfs.
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Die beiden Amtskollegen Alexander Chlunow und Thomas Rachel unterzeichneten im Forschungszentrum Jülich ein deutsch-russisches Abkommen bezüglich einer strategischen Partnerschaft in Forschung und Wissenschaft. Foto: hfs.

Jülich. Als sich Deutschland und Russland im Jahre 1987 über eine strategische Partnerschaft unterhielten, ging es im wesentlichen noch um den Vier-Mächte-Status von Berlin. „Die Zeiten sind Gott sei Dank vorbei”, meinte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel (CDU).

Er unterzeichnete nun mit seinem russischen Amtskollegen Alexander Chlunow eine Vereinbarung, die eine Kooperation in Forschung und Wissenschaft vorsieht. Schauplatz internationaler Politik wurde nun das Forschungszentrum Jülich.

„Die vielfältigen Beziehungen zwischen deutschen und russischen Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen entwickeln sich erkennbar hin zu langfristig angelegten Netzwerken”, unterstrich der Politiker aus Düren. Und setzte dann seine Unterschrift unter eine strategische Partnerschaft, die in den letzten drei Jahren auf Initiative von Rachel vorbereitet worden war.

„In Zeiten der globalen Wirtschaftskrise müssen wir unsere Kooperation mit gleicher Intensität fortführen. Es werden auch wieder bessere Zeiten kommen, darauf müssen wir vorbereitet sein”, meinte Alexander Chlunow. Er betonte, „dass der Vertrag von russischer Seite auch finanziell voll erfüllt”. So beteiligt sich Russland bereits mit 250 Millionen Euro am Bau einer europäischen Elektronen-Röntgenlaseranlage. Zudem ist man eng beim Bau einer Beschleunigeranlage eingebunden. „Beide Projekte belegen einmal mehr, dass die physikalische Forschung einen starken Eckpfeiler der deutsch-russischen Forschungskooperation darstellt”, so Thomas Rachel.

Zwei Tage lang hatte eine deutsch-russische Delegation die Schwerpunktthemen der künftigen Zusammenarbeit zuerst in Bonn und dann im Jülicher Forschungszentrum ausgearbeitet. Die wurden anschließend in einem Protokoll festgehalten, das von Rachel und seinem russischen Amtskollegen Chlunow feierlich unterzeichnet wurde. Beide betonten, dass durch dieses Abkommen vielfältige Innovationen zum Nutzen der Menschen und der Wirtschaft vorangetrieben würden.

Als Beispiel für eine verbesserte Förderung strategischer Spitzenforschung nannte Rachel die Möglichkeit, dass nun ein bilaterales Verfahren zwischen dem Berliner Ministerium und dem russischen Wirtschaftsministerium etabliert werden kann. Die Folge seien die Förderung von Kooperationsprojekten „und der Anreiz für Wissenschaftler aus beiden Ländern, gemeinsam daran zu arbeiten”, nannte Alexander Chlunow eine Möglichkeit.

Desweiteren wurde bei dem zweitägigen Treffen beschlossen, eine Fachvereinbarung auf dem Gebiet der Informations-und Telekommunikations-Technologie bis zum Jahre 2013 zu verlängern. Künftig werden Forscher aus beiden Staaten auch auf dem Gebiet der Biotechnologie eng zusammen arbeiten.

Wie umfangreich die Partnerschaft ist, belegt auch die Tatsache, dass die auch auf Fachbereiche der Systembiologie, industrielle Biotechnologie, Nanotechnologie und Optische Technologien ausgedehnt wird. Ein Höhepunkt wird schon in diesem Jahr die Einweihung von vier neuen Laserzentren sein, die unter Mitwirkung deutscher und russischer Unternehmen entstanden sind.

Wie eng die Kooperation läuft, erläuterte Professor Achim Bachem als Vorstandschef des Forschungszentrums. Er überraschte beide Politiker vor der Unterzeichnung mit der Feststellung, dass bisher 634 gemeinsame wissenschaftliche Publikationen von Deutschland und Russland veröffentlicht wurden. „Besser und enger kann man eine Zusammenarbeit doch nicht dokumentieren”, so der deutsche Politiker.
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