Jülich - Ein besonderer Stadtrundgang: 2000 Jahre Geschichte in fünf Stunden

Ein besonderer Stadtrundgang: 2000 Jahre Geschichte in fünf Stunden

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Jülich. Gründen, wachsen, untergehen und neugründen – dieser Kreislauf prägte über 2000 Jahre Jülicher Geschichte. Jeder neue Zyklus baute auf den Ruinen des vergangenen auf und hat ihn dabei in Teilen auch integriert. So hinterließ jeder Zyklus bis heute seine charakteristischen Spuren im Jülicher Stadtbild.

Am Sonntag, 27. April, sind Interessierte eingeladen, in einem fünfstündigen Spaziergang die drei Stadtgründungen Jülichs laufend nachzuvollziehen. Begleiter auf dieser Zeitreise ist Dr. Rüdiger Urban, der dieses Angebot in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Jülich macht.

Eingebettet in den geschichtlichen Hintergrund entdecken die Teilnehmer das römische Kastell, die mittelalterliche Stadtbefestigung, die Idealstadt der Renaissance mit Zitadelle und Schloss, den Ausbau der Festung unter den Preußen, Jülichs Untergang im 2. Weltkrieg und den Wiederaufbau in seiner dritten Stadtgründung. Bei einer einstündigen gemeinsamen Mittagspause können Detailfragen diskutiert werden.

Die Ersten, die an einer Furt durch die Rur vor rund 2000 Jahren den Grundstein für Jülich legten, waren die Römer. Sie nutzten diese Flussquerung für ihre Heerstraße von Köln nach Boulogne-sur-Mer an der Atlantikküste. So erschließt heute noch diese „Römerstraße“ Jülich von Osten kommend.

Herzog Wilhelm V. gründete Mitte des 16. Jahrhunderts Jülich ein zweites Mal. Sein Baumeister Alessandro Pasqualini errichtete auf den Fundamenten der weitgehend abgebrannten mittelalterlichen Stadt eine „auf dem Reißbrett“ entworfene „Idealstadtanlage der Renaissance“ als Hauptresidenz der vereinigten Herzogtümer von Jülich, Kleve, Berg.

Das dritte Mal waren es die Bürger Jülichs selbst, die sich zum einen aus pragmatischen Gründen und zum anderen aus Verbundenheit zu ihrer städtischen Heimat heraus entschlossen, die im Zweiten Weltkrieg vollkommen zertrümmerte Stadt auf dem alten pasqualinischen Grundriss der Renaissance-Stadt neu zu gründen.

Aber der Wiederaufbau ging weit über die bloße „Nutzung“ der Vorkriegsstraßen hinaus, denn Dank eines glücklichen Zufalls konnte auf Vorkriegspläne des Aachener Architekturprofessors René von Schöfer für eine geplante Stadtsanierung zurückgegriffen werden.

Beginn der Führung ist um 11 Uhr. Die Teilnehmerzahl an diesem Kurs der Volkshochschule Jülich ist auf 15 Personen begrenzt; eine Anmeldung bei der VHS ist aus Planungsgründen unbedingt erforderlich; die Teilnahmegebühr von 10 Euro pro Person bitte an die VHS entrichten. Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Aachener Landstraße (Stadteingang).

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