Jülich - Eifel-Krimiautor Jacques Berndorf liest im ausverkauften KuBa

Eifel-Krimiautor Jacques Berndorf liest im ausverkauften KuBa

Von: Kr.
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Voll besetzt war der Saal des Jülicher Kulturbahnhofs, als Jacques Berndorf, alias Michael Preute aus seinen Eifel-Krimis las. Foto: Kròl

Jülich. „Es gibt Tage, die so verquer beginnen, dass man sie am besten ausfallen lässt.“ So beginnt der neue Roman „Eifelbullen“, der 23. Fall des Journalisten Siggi Baumeister. Baumeister gehört seit Jahren genauso zur Eifel wie die Maare, die Wälder und Döppekoche. Für seinen geistigen Vater Jacques Berndorf, alias Michael Preute, gilt das Gleiche.

Seit 1989 sind Siggi Baumeister und seine illustren Freunde, der pensionierten Kriminalrat Rodenstock und dessen Freundin Emma in Sachen Mord, Totschlag und Verschwörung unterwegs. Die Eifelkrimis erreichten mit den Jahren in der Republik einen Kultstatus. Bisher wurden rund 6 Millionen Bücher verkauft, und damit zählt Berndorf zu den beliebtesten Krimiautoren Deutschlands.

Mit seinen Eifel-Krimis hat er einen weiteren weißen Fleck von der Landkarte genommen, denn er transportiert die Welt, in der er lebt, die Eifel, in diese Bücher. „Es ist meine kleine, bürgerliche Wahrheit, die ich da beschreibe“, gesteht er. Und es kommt an, wie seine Lesung im Jülicher Kulturbahnhof auf Einladung der Buchhandlung Fischer bewies.

„Ach du lieber Gott“, murmelte Preute erstaunt, als er den vollbesetzten Saal des Kuba betrat und versprach auch gleich: „Ich werde ihnen einige Leichen unter die Stühle schieben. Ohne einen guten Mord laufen diese Geschichten nicht.“ Doch ehe er sein neuestes Buch „Eifel-Bullen“ auspackte, philosophierte er ein wenig über Mord und Totschlag. Die Beweggründe des Täters, die interessieren ihn. Ihnen ist er auf der Spur und sie sind wesentlicher Bestandteil seiner Bücher.

„Wir Krimiautoren denken uns immer verrücktere Morde aus und werden immer blutiger. Doch die Motivation des Täters bleibt meist ungeklärt“, meinte er. Er ging auch auf aktuelle Verbrechen ein, die die Welt eine kurze Zeit still stehen lassen. „Wir leben in einer Welt, die sehr hart geworden ist. Auch die Gesellschaft ist sehr hart geworden, und das bedauere ich zutiefst“, erklärte er. Solche Gedanken spiegeln sich auch in seinen Büchern wider, die trotz der begangenen Verbrechen Menschlichkeit und einen guten Schuss Humor beinhalten. Das ist auch beim „Eifel-Bullen“ nicht anders.

Zwei tote Polizisten liegen neben ihrem Streifenwagen auf dem Waldweg. Gaby Schirmer und Horst Walbusch wurden mitten in der Nacht erschossen, und niemand kann sich vorstellen, wer das getan haben könnte. Das größte Rätsel aber stellt der Tatort dar, der nicht in ihrem Revier, sondern viele Kilometer entfernt vom Einsatzort liegt.

Ungewöhnliche Maßnahme

Das ehemalige Jagdschloss, ein riesenhaftes, geheimnisvolles Gebäude aus rotem Sandstein, bildet die gespenstische Kulisse für den Doppelmord. Polizeirat Kischkewitz ergreift eine ungewöhnliche Maßnahme: Er lässt den Tatort „einfrieren“, das heißt, Mordkommission und Spurensicherung erhalten mehrere Stunden lang keinen Zutritt zum Geschehen. Dafür holt er Kriminaloberrat a. D. Rodenstock mit ins Boot, der die Lage analysieren soll. Rodenstock steigt ein und mit ihm der Journalist Siggi Baumeister, der eigentlich keine Zeit für Morde hat, weil es gerade mit seinem alten Weggefährten, dem Kater Satchmo, zu Ende geht. Dennoch beißt er wieder an. Gemeinsam versuchen Baumeister und Rodenstock, hinter das Geheimnis der toten Polizisten zu kommen.

Aufgebaut sind die Romane stets wie eine Reportage, denn das ist auch das Metier aus dem Preute kommt. Auf diese Weise vermittelt er dem Leser ein Gefühl von Realität.

Auch bei seinem jüngsten Fall, an dem er zur Zeit arbeitet, ist das der Fall. Neonazis, die sich in der Eifel einquartieren, spielen hier eine Rolle.

Noch ist es nicht gedruckt, doch lieferte Berndorf seinen Zuhörern schon eine ausführliche Kostprobe und rückte dabei mit der traurigen Wirklichkeit heraus: „Satchmo ist tot.“ Wer Berndorf kennt, weiß dass es sich um seinen Kater handelt.

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