Aachen - Ehefrau mit Hammer erschlagen: Prozess wird neu aufgerollt

Ehefrau mit Hammer erschlagen: Prozess wird neu aufgerollt

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der Bundesgerichtshof hält den Mordvorwurf, den die Staatsanwaltschaft 2007 gegen einen Rentner aus Jülich-Güsten erhob, weiterhin für angemessen.

Im Schwurgerichtsverfahren gegen den heute 67-jährigen Jakob R. war der Mann am 6. Juni 2008 wegen Totschlags an seiner Ehefrau zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft forderte damals elf Jahre wegen heimtückischen Mordes, allerdings im Zustand verminderter Schuldfähigkeit.

Am Mittwoch nun begann die 2. Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Wolfgang Diewald des Aachener Landgerichts mit der Neuverhandlung des Falles. Jakob R. gestand auch im zweiten Verfahren die Tat. Beim Frühstück erschlug er damals seine Ehefrau laut Anklageschrift von hinten, drei Mal hieb er ihr wuchtig mit einem schweren Hammer auf den Hinterkopf. Als sie röchelnd am Küchenboden lag, griff er eine auf der Eckbank liegende Plastiktüte mit einem Sisalband und zog sie der Sterbenden über den Kopf, die Schnur zog er fest zu. Das habe er so in Fernsehkrimis gesehen, gab er im ersten Verfahren zu Protokoll.

Aus Wut und Ärger über die Uneinsichtigkeit der drei Jahre älteren Ehefrau habe er an jenem Morgen zum Hammer gegriffen, wiederholte er jetzt zwei Jahre später das Tatmotiv. Es schien am Mittwoch, als ob er noch immer sehr verärgert über das Opfer sei. Die Ehefrau sei nachlässig im Haushalt geworden und habe andauernd Textilien aus dem Versandhauskatalog bestellt - und dann nicht bezahlt.

Er dagegen sei sparsam, brauche wenig und habe das Geld seinen Kindern zukommen lassen wollen. Erst als er Rentner wurde, habe er bemerkt, dass seine Frau „schon mittags Zuhause nichts mehr tue” und zu viel ausgebe. Das gehe so nicht an und habe zu andauerndem Streit geführt. Dass der Hammer rein zufällig im Hof lag, bezweifelte am Mittwoch das Gericht.

Zu klären ist jetzt, ob der Rentner die völlige Arglosigkeit seiner Ehefrau ausnutzte, als er sie von hinten erschlug. Das wäre das klassische Mordmerkmal „Heimtücke”, die Höchststrafe wäre lebenslang. Das Verfahren geht am 25. November weiter.
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