Ederen - Ederener nehmen Entwicklung ihrer Ortschaft in die Hand

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Ederener nehmen Entwicklung ihrer Ortschaft in die Hand

Von: Kr.
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ederen dorfplatz bild
Der Dorfplatz soll wieder der zentrale Ort der Kommunikation werden. Dazu beitragen soll die Tradition der „Stühle an der Straße”.

Ederen. Es tut sich was in der Linnicher Ortschaft Ederen. Ein frischer Wind weht durch das 950 Einwohner zählende Dorf, der zahlreiche Bürger mitzieht. Angefangen hatte alles mit der Diskussion um das Amt des Ortsvorstehers bei der Kommunalwahl 2009.

Norbert Reitinger war vorgeschlagen und wurde prompt von einigen Männern angesprochen, sich zum Einstieg um die Erneuerung der kleinen Fußgängerbrücke am Brüchelchen zu kümmern. Gesagt, getan. Reitinger sprach eine Reihe von Bürgern an und mit viel Eigenleistung wurde das Projekt durchgezogen. Es sollte nicht das Letzte sein.

Ederener Runde geschaffen

Die Idee von der Ederener Runde war geboren, in der sich Bürger mit Ideen und Tatkraft außerhalb jeder politischen Gruppierung zusammenschlossen, um für ihr Dorf etwas zu bewegen. Gemeinsam und mit Unterstützung örtlicher Handwerker und Landwirte machte sich die Runde daran, Fuß- und Wirtschaftswege instand zu setzen, um so einen Rundwanderweg um den Ort zu schaffen - die Ederener Runde.

Gleichzeitig kümmerte sich die Initiative darum, zumindest in der Weihnachtszeit den Dorfplatz mit einer attraktiven Tanne zu verschönen und weitere Bürger zu mobilisieren. Dazu dient auch der Stammtisch, der sich seit einem halben Jahr jeden ersten Freitag im Monat abwechselnd in den beiden Gaststätten des Ortes trifft.

Mit diesen ersten Erfolgen im Rücken bemühte sich die Dorfgemeinschaft außerdem darum, eine der Dorfkonferenzen, die im Kreis Düren stattfinden und vom Land finanziert werden, nach Ederen zu holen. Im Oktober 2010 besuchten bereits Prof. Rolf Westerheide vom Institut für Städtebau und Landesplanung der RWTH Aachen, Dipl.-Ing Uli Wildschütz vom Büro RaumPlan Aachen sowie Vertreter des Kreises Düren das Dorf.

Eine Bestandsaufnahme sollte es sein, bei der die dörfliche Struktur, das Erscheinungsbild des Ortes, der Wandel, den Ederen vollzogen hat, die demografische Entwicklung und vieles mehr erfasst wurden. Diese Erkenntnisse sollten in die Dorfkonferenz mit einfließen, die unter Leitung von Prof. Rolf Westerheide in der Bürgerhalle stattfand.

„Zukunftswerkstatt Ederen - Stärken, Schwächen, Ziele” stand über der Versammlung, zu der sich rund 50 Bewohner eingefunden hatten. Meckern war zunächst angesagt, als die Teilnehmer darlegen sollten, was sie an ihrem Heimatort stört. Das war eine Menge, angefangen beim Hundekot auf den Bürgersteigen über den Zustand des Dorfplatzes, schlechte ÖPNV-Anbindung und Integrationsprobleme der Zugezogenen.

Dann durfte jeder ein wenig „spinnen” und sagen, was er im Dorf ändern würde. Doch die Realität holte alle schnell wieder ein. Fünf Arbeitskreise zu den meist genannten Problemen wurden gegründet. In den vergangenen Wochen haben sie zu den Themen Neugestaltung des Dorfplatzes, Flurbereinigung, Erhaltung der Obstwiesen, Stärkung der Bürgerhalle und Mobilität ihre Arbeit aufgenommen. Entsprechend groß war die Resonanz des jüngsten Stammtisches, den rund 25 Personen besuchten. Sie alle wollen sich für ihr Dorf stark machen.

Bernd Dulfer brachte es auf den Punkt: „Ich lebe seit 15 Jahren in Ederen und ich lebe gerne hier. Wenn man die Gelegenheit hat, ein schönes Dorf noch schöner zu machen, sollte man diese Chance auch nutzen.”

Jutta Illerich lebt seit 16 Jahren im Dorf. Die Obstwiese ihres Großvaters hatte sie angezogen und so kümmert sie sich um den AK Obstwiesen. Sie möchte den ökologischen Gedanken im Dorf verstärken. „Wenn sich schon etwas bewegt, will ich auch dabei sein”, meint sie.

Wie viele andere Alteingesessene sind auch Agnes und Kurt Hasse, Reinhard und Hilde Spelthann sowie Josef Erkens mit dabei. Die Männer haben schon beim Bau der Bürgerhalle mitgeholfen. „Das hat damals viel Spaß gemacht”, erinnert sich Reinhard Spelthann und hat deshalb mit den oben Genannten und Heinz Meerkatz auch schon die Bänke für den neu erstellten Rundwanderweg gebaut.

Agnes Hasse liegt vor allem der Dorfplatz am Herzen, den sie gerne schöner und grüner sehen möchte. „Es lief doch nichts mehr im Dorf. Alle haben nur geschlafen. Dabei gibt es genügend Leute mit Ideen. Man muss sie nur zusammenbringen und ihnen einen Ansprechpartner liefern”, meint Heinz Willi Spelthann, der mit Sohn Jürgen, Heinz Neuß, Richard Reuters und Ortsvorsteher Norbert Reitinger zu den Initiatoren zählt.

Suppe weiter kochen lassen

Zu ihren Gründen meinte er: „Wir wollten nicht nur meckern, wir wollten auch etwas tun.” Und so werden in Ederen fleißig Pläne geschmiedet. Da ist von einem Aktionstag die Rede, von der Beschilderung des Rundweges, der Neugestaltung des Dorfplatzes und vielleicht sogar von einem Volkslauf auf dem Rundweg. „Im Moment kocht die Suppe”, ist Spelthann zuversichtlich, sie weiterhin auf dem Feuer halten zu können.

Dazu trägt sicherlich auch die eigens eingerichtete Homepage bei. Unter http://www.ederen.de kann sich jeder Interessierte über die Aktivitäten und Neuigkeiten im Dorf informieren. Mittlerweile wird sie eifrig genutzt und auch ehemalige Bürger oder solche, die sich zurzeit im Ausland befinden, schauen gerne mal rein, um sich über ihr Zuhause zu informieren.
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