Edeka muss sich in Linnich einen neuen Markt bauen

Von: ojo
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Neubau im zweiten Anlauf gepla
Neubau im zweiten Anlauf geplant: Für den Linnicher Edeka-Markt besteht wegen einer tektonischen Störzone Handlungsbedarf. Foto: Jonel

Linnich. Die Zeichen stehen günstig. Aller Voraussicht nach erhält die Stadt Linnich einen neuen Edeka-Markt. Den Segen der Stadt hat das Vorhaben der Christoph Plum Handels KG jedenfalls schon mal, und nicht nur den.

Auch der Kreis Düren als Genehmigungsbehörde und die Bezirksregierung haben schon eine „positive Beurteilung” abgegeben ebenso wie die Industrie- und Handelskammer Aachen, die das Projekt ausdrücklich begrüßt.


Als der Verbrauchermarkt unter dem Edeka-Banner 2006 von der Firma Plum nach einer Sanierung in sechsstelliger Höhe wiedereröffnet wurde, waren damit die Pläne zu einem Neubau zu den Akten gelegt.

Dass zwischenzeitlich ein Sinneswandel erfolgte, hat buchstäblich tiefer liegende Gründe: Hauptgebäude und Nebenanlagen des gegenwärtigen Marktes stehen auf einer tektonischen Störzone. Die wiederum hat in den letzten Monaten, wie es heißt, „größere Schäden” an dem Gebäude sichtbar werden lassen. Nach einer Untersuchung durch die RWE Power AG ist das Ausmaß der Schäden so gravierend, dass „die Gebäude auf Dauer nicht mehr standsicher sind”. Reparaturen hätten nur aufschiebenden Charakter. Letztendlich sei ein Ersatz-Neubau die sinnvolle Lösung. Diesen Neubau, den Seniorchef Leonhard Plum ursprünglich ablehnte, wird er nun angehen müssen.

Die Vorstellungen sind bereits recht konkret. Der Neubau mit einer Verkaufsfläche von 2500 Quadratmetern - das entspricht der jetzigen Ladenfläche - soll zwischen dem Altgebäude und der Rurstraße errichtet werden. Während des Baus läuft der Betrieb im alten Markt weiter. Nach der Fertigstellung des neuen Marktes werden Teile des Altbestandes als Lager- und Kühlräume sowie als So­zial- und Personalräume genutzt, bis auch diese infrastrukturellen Erfordernisse in dem neuen Gebäude untergebracht werden. Die Altgebäude der einstigen Herdfabrik werden nach und nach abgebaut.

Dass bereits im Vorfeld die Stimmungslage so gründlich ausgelotet wurde, hat seinen Grund. Seniorchef und Mittachtziger Leonhard Plum, so die Linnicher Verwaltung im Bauausschuss, wolle den Neubau noch zu Lebzeiten verwirklichen - und zwar in unmittelbarer Nähe zum Altbestand.

Davon habe er sich auch nicht durch den Hinweis abbringen lassen, dass ein innerstädtisches Entwicklungskonzept samt Investorenwettbewerb für den Bereich Rurstraße/Place de Lesquin angestrebt wird. Dass in diesen Überlegungen auch ein größerer Lebensmittelmarkt kein Denkverbot darstellt, hat Plum nicht von seinem Vorhaben abbringen können. Er selbst habe das Angebot abgelehnt, diesen Part nur einen Steinwurf weit entfernt und nur durch die Rur vom jetzigen Markt getrennt zu übernehmen.

Die IHK Aachen stärkte Plums Position. Auch wenn der bestehende Edeka-Markt rechts der Rur liege und damit nach der Gebietsentwicklungsplanung „nicht zum zentralen Versorgungsbereich der Stadt Linnich gehört” , sei er heute schon „Teil des Hauptzentrums”. Gefühlt liegen alter und neuer Edeka-Markt also nicht auf Linnichs schääl Sick, sondern auf der Stadtkernseite.

Mit dem einhelligen Ja des Bauausschusses zu den Neubauplänen ist eine andere Entscheidung erst einmal auf Eis gelegt. Angedacht war vor einigen Monaten, eine Linksabbiegerspur auf der Rurstraße unmittelbar hinter der Rurbrücke einzurichten, quasi als zweite Zufahrt zum bestehenden SB-Markt.

Die wäre allerdings völlig irrwitzig, sobald mit dem Neubau begonnen wird, weil damit die heute noch bestehende Verbindung zum Hauptparkplatz des SB-Marktes komplett überbaut wird.
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