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Droge Kratom verkauft: Prozess gegen Ehefrau zu Ende

Von: hp
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Titz/Düren. Für die 25-jährige Ehefrau eines Mannes aus Titz, dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, im Internet im großen Stil die pflanzliche Droge Kratom verkauft zu haben, ist der Prozess am vierten Verhandlungstag zu Ende gegangen.

Der Frau war allenfalls Beihilfe vorzuwerfen und sicher auch eine große Portion Blauäugigkeit. Sie hatte offenbar auf Bitten ihres Mannes ein Konto eröffnet und ein Gewerbe angemeldet. Bereits bei Prozessbeginn hatte sie über ihren Anwalt erklären lassen, dass sie sich mit den Online-Geschäften ihres Mannes nicht beschäftigt habe und von der Anklage geschockt gewesen sei. Mit Zustimmung der Anklagebehörde wurde das Verfahren gegen die bisher unbescholtene Frau gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 1500 Euro vorläufig eingestellt.

Dagegen wird der Prozess vor dem Dürener Schöffengericht gegen einen 42-Jährigen aus Titz und dessen 37-jährigen Mitarbeiter, dem Ehemann der 25-Jährigen, am 12. November fortgesetzt. Dann wird das Gericht unter Vorsitz von Richterin Verena Neft beurteilen, ob sich die beiden Männer wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz oder dem unerlaubten Verkauf von Arzneimitteln schuldig gemacht haben.

Wie berichtet, hatte der 37-Jährige über 300 kg Kratom von seinem 42 Jahre alten Chef aus der Gemeinde Titz übernommen, um das Mittel unter anderem als „Bademittelzusatz fürs Fußbad“ zu verkaufen.

Nun brachten ein Kriminalbeamter und ein Apotheker des Bundeskriminalamtes als Gutachter weiteres Licht ins Verfahren. Der Kripo-Mann berichtete von Hausdurchsuchungen bei den Angeklagten. Dabei machte er deutlich, dass sowohl er als auch der hinzu gerufene Anwalt des 42-Jährigen mit Kratom zunächst keine Erfahrungen hatten.

Vielmehr sei der Titzer fest davon überzeugt gewesen, dass er nicht Unrechtes getan habe. Allerdings konnte der Angeklagte eine Bescheinigung als Sachkundenachweis für den Handel mit frei verkäuflichen Arzneimitteln nicht vorweisen.

Eine „Chemiestunde“ präsentierte der Apotheker, der über die Wirkungsweise des Kratom aus Sicht der Wissenschaft informierte. Danach wirke der Stoff vergleichbar wie Opium oder Morphium. Der längere Konsum führe zur Abhängigkeit. In Ursprungsländern wie Thailand gelte das Kauen von Kratomblättern als Stimulanz. Kratom habe keinen therapeutischen Nutzen. Das gelte insbesondere für die Verwendung als Bademittelzusatz oder in der Kosmetik.

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