Drei abenteuerliche Radrundfahrten zurückgelegt - mit 71 Jahren

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Jülich. Alle drei Radabenteuer klingen ganz einfach, doch außer dem Klang haben sie nichts gemeinsam, denn alle erfordern ihre eigene umfangreiche, spezielle Vorbereitung. So galt es zum Rhönradmarathon in Hessen, Thüringen und Bayern, rund um die kahle 958 Meter hohe Wasserkuppe, auf 205 km immerhin 4000 Höhenmeter zu erklettern.

Dieses Jahr war es für Krauthausens 71-jährigen Senior Eckhard Siegert die 16. Rundfahrt. Und als wären die Berge nicht schon genug, absolvierte er die Tour bei einer Lufttemperatur von 34 Grad Celsius. Nur der Genuss der herrlichen Mittelgebirgskulisse, das Wissen, es wieder einmal über alle Berge geschafft zu haben, der wartende Enkel Fynn am Ziel und ein schönes Jubiläumstrikot des Ausrichters, waren der Lohn.

Anders sah es auf der Tour nach Ameland aus. Der Plan in zwei Tagen die Jugendherberge in Hollum auf einer der nördlichsten Nordseeinseln der Niederlande nach 419 km inklusive der Überfahrt zu erreichen war gewagt. Wind von Nord und stundenlanger Regen waren ein ständiger Begleiter. Übung, Disziplin, stets Essen und Trinken ist das A und O. Ohne dicke Kartenpakete, nur mit zehn DIN A4 Farbkopien als Routenfinder und mit spartanischem Minigepäck wurde in gut zwei Stunden der Weg bis Venlo zurückgelegt.

Ab dort bereits in den Niederlanden, ging es mit der Geschwindigkeit bergab, denn rechtwinklig abknickende Radwege, unebene Gehwegplatten und Radfahrerampeln fungierten als Bremser und verhinderten eine zeitige Ankunft. Nijmegen, Arnheim und Apeldoorn waren die nächsten Ziele, zahlreiche Rheinarme und Zuflüsse, malerische Bauernhöfe und Windmühlen machten trotzdem etwas Schönes aus dem Tag. In der Jugendherberge Apeldoorn, in unmittelbarer Nähe des königlichen Schlosses Het Loo gab es nach gut 200 km die erste warme Mahlzeit und ein Bett für den notwendigen Schlaf.

Hinweisschilder übersehen

Der nächste Tag gestaltete sich nicht einfacher und kürzer, denn Nationalstraßen waren tabu und kleine Hinweisschilder an den Radwegen sind leicht zu übersehen. Kilometerweit und stundenlang an Kanälen und Weidelandschaft vorbei ließ hinter Zwolle im dünn besiedelten Friesland Freude aufkommen. Nächste Station: Leeuwarden, Hauptstadt mit vielen alten, malerischen Herrenhäusern am Wasser, im Zentrum einige moderne Hochhäuser in Glas fast wie in New York.

Endlich, nur noch 45 km bis zur Nordsee, fast kaum noch Ampeln und eine schnelle Fahrt im 30 km-Tempo – doch leider ist die Fähre um 15.30 Uhr gerade abgedampft. Zeit für einen Kaffee und um 17.30 Uhr legt die nächste in Richtung Insel ab. Nach der eindrucksvollen Überfahrt von 45 Minuten, je nach Wasserstand, sind es noch 15 km bis zur Jugendherberge Hollum, die in einer Senke unmittelbar an der Sandspitze der Insel am Leuchtturm liegt. Zwar war es schon spät, aber der Rest des dargebotenen Abendessens reichte noch und machte die Ankunft zur Stunde des Tages.

Strände und Dünen

Dem nächsten Tag waren die Rundfahrt über die naturbelassene Insel mit ihren herrlichen Stränden und Dünen vorbehalten, bevor am vierten Tag die Fahrt im strömenden Regen, zuerst nach Leeuwarden und die anschließende Bahnfahrt in schwimmend nasser Radkleidung über Utrecht nach Düren die Tour beendete.

Doch das Jahr war damit für den passionierten Sportler noch nicht zu Ende. Seine dritte und letzte Rundfahrt im Jahre 2014 könnte sich das Radrennen der fallenden Blätter und der abgeernteten Felder nennen. Dazu gab es „Gruselwetter“ zum Abschluss des Jahres, bei der 41. Bodensee-Rundfahrt des Schweizer RV Altenrhein.

220 km mit zwar nur 885 Höhenmetern, dafür aber fast alle in den schlüpfrigen Weinbergen und Apfelplantagen, von Meersburg bis Lindau mit bis zu 18 Prozent Anstiegen und das bei 9 Grad Celsius in einem kalten Dauerregen und letztlich führte die Runde, wenn auch alles in Traumnatur, von Stein am Rhein über Bregenz bis zum bitteren Ende rund um Deutschlands größten Binnensee durch die Schweiz und Österreich und das alles in 520 Minuten.

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