Jülicher Land - Donnernde Kanonen, wärmender Kamin

Donnernde Kanonen, wärmender Kamin

Von: tm
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Imposante Renaissance-Fassade: Guido von Büren, Vorsitzender des Fördervereins vor der Siersdorfer Kommende. Foto: Mauer

Jülicher Land. In der Bastion St. Johannes der Jülicher Zitadelle feuerte das Corps de Juliers Vorderladegeschütze nach dem französischen Exerziermanual für die Artillerievon 1786 ab, in der Burg Engelsdorf flackerte in einem mittelalterlichen Kamin ein wärmendes Feuer.

Trotz mäßiger Witterung waren im Jülicher Land viele Neugierige zum Tag des offenen Denkmals unterwegs, um die Kulturschätze des Nordkreises zu besichtigen.

Als ehemalige Schutzburg von Jülich genießt die spätgotische Wasserburganlage in Engelsdorf das Interesse der Öffentlichkeit, wie die zahlreichen Besucher bewiesen.

Seit 20 Jahren im Privatbesitz des Künstler-Ehepaars Juan und Maria Jesus Fernandez hat die Restauration eine solide Grundlage. Bund, Länder und Förderverein haben ein Konzept erarbeitet, um das Bauwerk zu erhalten und auch nutzbar zu machen. Der Eigentümer ist verpflichtet, auch seinen Teil für den Erhalt beizutragen.

„Allein der finanzielle Einstieg des Bundes hat die Maßnahme um die Hälfte verkürzt,” sagte Conrad Doose vom Förderverein Zitadelle. In vier bis fünf Jahren sollen etwa eine Million Euro dafür sorgen, dass der Turm einen neuen Turmhelm erhält und der Palas (Wohnflügel) ein neues, steileres Dach und einen völlig Sanierung des Innenraums bekommt.

„Es sind nur regionale Unternehmen beschäftigt,” unterstrich Architekt Ekkehard Kandler den Anspruch, Wertschöpfung in der Region zu betreiben. Voraussetzung für einen Auftrag sei zunächst, dass alte Handwerkstechniken beherrscht werden. Maurer, Zimmerleute und Steinmetze sind ausreichend vorhanden.

Notdach für Turm

Der Turm hat ein Notdach bekommen, damit die Arbeiten witterungsunabhängig weiter gehen können. Provisorisch wurden zwei Stahlringe um das Mauerwerk gelegt, damit im Inneren Sanierungsarbeiten möglich wurden. Das neue Dach auf dem Palas steht bereits, bald soll der Giebel entsprechend neu aufgebaut werden.

Seit dem 19. Jahrhundert befindet sich die Kommende Siersdorf im Besitz der Aachener Familie Heusch.

Über viele Jahre nutzten die Eigentümer die ehemalige Festung des Deutschen Ritterordens, der dem Gebäude seinen Namen gab. Auch notwendige Restaurationsarbeiten führte die Familie durch, leider nicht immer in einer Art, die den Beifall der Denkmalschützer gefunden hat.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel die Kommende mehr und mehr, bis sich 2001 eine Interessensgemeinschaft zum Erhalt bildete. Bislang blieb die Suche nach einem verantwortlichen Eigentümer erfolglos, was die Entwicklung einens Finanzierungskonzeptes deutlich erschwerte.

Angesichts des bedauernswerten Zustandes des Bauwerks beschrieb Kunsthistoriker Guido von Büren, Vorsitzender des Fördervereins, drei vordringliche Maßnahmen. Zunächst müsse das Gebäude mit einem Notdach versehen werden, damit Arbeiten im Inneren ganzjährig möglich sind.

Daneben muss das gesamte Gebäude mit seinen vier Türmen von den wuchernden Pflanzen befreit werden, und dann müßten die Mauern gesichert werden. Als dritte Maßnahme benötige die Kommende, so von Büren, eine Fundamentsicherung.
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