Dokumentarfilmerin gastiert beim Verein ohne Grenzen

Von: Kr
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Elke Jonigkeit (rechts) zeigte Marijke Barkhoff-Freeling, Vorsitzende des Vereins „Kultur ohne Grenzen, einige Gegenstände, die in den Ausbildungszentren von afghanischen Frauen gefertigt werden. Foto: Kròl

Jülich. Nach ihrem Studium an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig und der Kunstakademie Düsseldorf und ihrem Staatsexamen unterrichtete sie zunächst an einem Düsseldorfer Aufbaugymnasium. 1979 verließ Elke Jonigkeit den Schuldienst, gründete ihre Firma Circe Film und spezialisierte sich auf Dokumentarfilme.

Bereits 1986 bereiste die Filmemacherin Pakistan und Afghanistan und knüpfte viele Kontakte vor allem zu den Frauen des Landes. So entstand beispielsweise der Film „Die Frauen von Kabul – Sterne am verbrannten Himmel“, für den sie 2003 mit dem Elisabeth Selbert Preis ausgezeichnet wurde.

Immer wieder zog es sie in das von Kriegen geschüttelte Land. Sie war während der russischen Besatzung dort. Kurz nach dem Sturz der Taliban machte sie sich wieder auf, um ihre Freundinnen von damals zu suchen und persönlich zu erleben, wie sich ihr Leben geändert hatte. Eine dieser Freundinnen sagte damals zu ihr: „Mir geht es ja noch vergleichsweise gut, aber wir müssen etwas für die Frauen tun, die gar nichts mehr haben.“

Und so wurde NAZO Deutschland - Hilfe für afghanische Frauen - geboren. An verschiedenen Standorten bildete der Verein Frauen aus, um ihnen eine Lebensperspektive zu bieten. Neben der Gründung des Vereins entstand außerdem ein weiterer Film unter dem Titel „Von König Amanullah zu Facebook“, der den Wandel des Landes von 1928 bis heute zum Thema hat und dabei die Frauen in den Mittelpunkt stellt.

„Es ist die Quintessenz meiner langjährigen Arbeit“, berichtete die Filmemacherin, die auf Einladung des Vereins „Kultur ohne Grenzen“ und der VHS Jülicher Land mit ihrem jüngsten Werk zu Gast in der Jülicher Stadtbücherei war.

Im Mittelpunkt stehen dabei Parwin, die mittlerweile Direktorin eines Mädchengymnasiums in Kabul ist, die Schneiderin Hafiza und die Politikerin Tajwar. Sie berichten von ihrem Leben, das zwischen Selbstbestimmung und Tradition eine gefährliche Gratwanderung darstellt. „Ohne Schleier auf die Straße zu gehen, das wäre gefährlich“, sagen sie.

Interviews mit Männern auf der Straße machen deutlich, dass sie nach wie vor am traditionellen Rollenverhalten festhalten. Das Tragen von Schleier, die Abhängigkeit vom Mann oder die Vielehe sind Dinge, an denen sie nach wie vor festhalten. So erklärte einer vor laufender Kamera: „Zu viel Freiheit soll man einer Frau nicht geben“.

Die Reformen, die König Amanullah vor fast 100 Jahren eingeleitet hatte, scheinen auf ganzer Linie gescheitert zu sein“. Hoffnung macht da allerdings der letzte Satz, den im Film ein junges Mädchen spricht: „Wir Afghaninnen haben sehr gute Talente. Ich hoffe, dass wir sie in Zukunft einsetzen dürfen.“

Nach dem Film war von den Organisatoren zunächst eine Kaffeepause geplant, und dann sollte Gelegenheit zum Gedankenaustausch bestehen. Doch bereits bei Kaffee und Keksen gaben es lebhafte Gespräche und einen regen Austausch, bei dem Elke Jonigkeit auch für ihren Verein NAZO werben konnte.

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