DLRG-Retter sind für die Saison gerüstet

Von: ptj
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Prüfung zum „Wachgänger“ bestanden: Gleichzeitig wurde das erste Gemeinschaftsprojekt der DLRG-Ortsgruppen Jülich und Niederzier, „Fachausbildung Wasserrettungsdienst“, abgeschlossen. Foto: Jagodzinska
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Jülich/Niederzier. Der Retter mit Neoprenanzug und Taucherbrille schwimmt eine „verunfallte Person“ an und nimmt sie auf seinem Brettboot auf. Vom Wasser aus hält er zunächst beide Arme des Opfers gestreckt auf dem Brett fest, steigt dann vorsichtig auf und bringt das Brett langsam zum Kippen, so dass das Unfallopfer oben aufliegt. Dann positioniert er den Mann bäuchlings mit gespreizten Beinen und aneinandergelegten Armen auf dem Brettboot und schleppt ihn an Land.

Diese Übung ist Teil der praktischen Prüfung zur Ausbildung „Wachgänger“, die 14 DLRG-Mitglieder der Ortsgruppen Jülich und Niederzier wenige Tage nach Eröffnung des Freibades dort ablegten, weil die Badeseen noch nicht geöffnet sind.

Gleichzeitig handelt es sich um den Abschluss des ersten Gemeinschaftsprojektes der beiden Ortsgruppen, „Fachausbildung Wasserrettungsdienst“. Das Projekt kommt sowohl den Seen im Kreis Düren als auch dem Jülicher Freibad zugute, das in der laufenden Saison vermehrt durch die DLRG unterstützt wird.

Eine weitere Praxisübung war etwa das Knüpfen dreier verschiedener Knoten, wichtig beim Anlegemanöver einer Bootsbesatzung. Der wichtigste Knoten ist nach Angaben des Niederzierer Ortsgruppenleiters Franz-Josef Breuer der „Palstek“, mit dessen Hilfe ein Boot am Poller oder Pfahl festgemacht wird. Ein zweiter Aspekt ist das Bergen und Sichern mit Tauen durch „ein sich zuziehendes Auge“.

Geprüft wurde auch das Anwerfen eines Ziels mit der Wurf- oder Rettungsleine und die Behandlung des Materials. Was tun, wenn eine Person vermisst wird? So lautete die Frage im theoretischen Teil. Vermisst wurde hier Jungdarstellerin Frauke Knapstein. Hier geht es laut Breuer „um die entsprechende Erfassung und die angemessene Ausdrucksweise, wenn man zum Beispiel eine verängstigte Mutter betreut“. Coole Sprüche sind also nicht angebracht, wenn die Meldung aufgenommen, die Suche eingeleitet und eine Betreuung notwendig ist.

Praktische Übungen

Geprüft wurden ferner Fähigkeiten wie Blutdruckmessen, Schnittwunden behandeln und einen Funkspruch absetzen und empfangen. Neben der absolvierten Prüfung stellten die Ortsgruppen die landesweite Initiative „QuietschFidel – ab jetzt für immer: Schwimmer“ vor. Studien zeigen, dass bereits 30 Prozent der Kinder bis 14 Jahre nicht schwimmen können und immer häufiger „Tod durch Ertrinken“ als Todesursache genannt wird.

Das Seepferdchen bei dieser Aktion zu erlangen, wird in der letzten Woche der Sommerferien angeboten: Dienstags bis freitags von 11 bis 13 Uhr im Jülicher Schwimmband (mit Unterstützung der Stadtwerke), sowie in Schulen in Inden und Niederzier, wo auch Anmeldeformulare ausliegen. Eine Wiederholung ist für die Herbstferien geplant.

Ein zweites Projekt heißt „Kindergartentag“ und dient ebenfalls der Vorbeugung von Wasserunfällen und Ertrinkungstod. Hierbei handelt es sich um ein drei- bis vierstündiges Animationsprogramm für Erzieherinnen in Kindergärten, das in Form eines Kasperltheaters geprüft wird. Dort werden auswendig gelernte Merksätze angewendet wie: „Mit vollem Magen darf ich nicht schwimmen“ oder „In der Rur habe ich nichts verloren“.

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