Jülich - Diskussion zur Schlittschuhbahn geht weiter

Diskussion zur Schlittschuhbahn geht weiter

Von: jago
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Tolle Idee Schlittschuhbahn: Bis die ersten Kufen über das Eis gleiten werden, ist es jedoch noch ein langer Weg, stellten die Beteiligten des Gedankenaustauschs im Jülicher Kulturbahnhof fest. Foto: Jagodzinska

Jülich. Die Initiatoren des Projekts „Schlittschuhbahn Jülich 2014“ sind als Bürgergemeinschaft mit ihrem Engagement bei Vertretern der Werbegemeinschaft Jülich, der Verwaltung und der Stadtwerke Jülich auf offene Ohren gestoßen.

Dem internen ersten Planungstreffen folgte nun ein offener Gedankenaustausch im Kulturbahnhof, bei dem man sich einig war, dass es sich um „eine tolle Idee“ handele. Recht schnell wurde jedoch auch deutlich, dass zur Umsetzung noch viele Fragen geklärt werden müssen. Auf Anfrage von Diskussionsleiter Norbert Tirtey erläuterte Wolfgang Hommel, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, die Abläufe rund um die Organisation des Weihnachtsmarkts, in den die Eislauf-Freunde die Schlittschuhbahn integriert sehen wollten.

„Auch wir wollen, dass sich was ändert. Aber eine Eisbahn ist so ziemlich die höchste Hürde, die man sich stellen kann“, äußerte Hommel Bedenken. Tirtey betonte, dass die Initiative natürlich nicht in der Lage sei, das Projekt zu stemmen, sondern daran gedacht habe, sich bei einem Organisator einzubringen, der als Ausrichter und Verantwortlicher agiere. Seiner Aufforderung an die Werbegemeinschaft, sich finanziell zu beteiligen, entgegnete Hommel, dass auch in der Werbegemeinschaft alles ehrenamtlich erfolge und man an die Grenzen gekommen sei. Der Gesprächsverlauf machte nicht den Eindruck eines konstruktiven Miteinanders, bis Emily Willkomm-Laufs mahnte: „Es bringt nichts, wenn wir auf der Vorwurfsebene diskutieren.“

So stellten sich Verantwortlichkeit, Standortfrage, Kostenvolumen und Planungskonzept als die vier großen Baustellen dar, die es zu beackern gilt. In allen vier Bereichen steht die Initiative noch ganz am Anfang. Auch wenn lobenswerte erste Vorarbeiten geleistet worden sind, ein Konzept war noch nicht zu erkennen.

Als engagierter Mitbürger war Heinz Frey „mit der Vorstellung gekommen, dass die Eisbahn in Verbindung mit dem Weihnachtsmarkt auf dem Schlossplatz gemacht werden“ solle und zeigte sich ein wenig überrascht, dass die Standortfrage noch ergebnisoffen sei. Für die Werbegemeinschaft stellten Wolfgang Hommel und Ute Werner klar, dass das Zelt fester integraler Bestandteil im Konzept und nicht einfach durch eine Eislauffläche zu ersetzen sei. Als Alternative biete sich der Kirchplatz an, der als Standort auch das Ziel unterstützen würde, die Attraktivitätssteigerung auf das gesamte Stadtbild auszudehnen.

„Es muss einen geben, der sagt ‚Ich bin der Veranstalter‘. Das kann nicht die Gruppe aus dem Internet sein“, warf Tirtey die Kernfrage erneut auf. Dass es nicht darum gehe, etwas schlecht zu reden, versicherte als direkt angesprochener potenzieller Partner Ulf Kamburg von den Stadtwerken, die die „Idee Eisbahn“ vor Jahren bereits selbst auf die Umsetzungsmöglichkeiten intensiv abgeklopft und aus Kostengründen nicht realisiert hatten.

Das fehlende Konzept zur guten Idee bewog ihn, Klartext in Richtung der Eisbahnfans zu reden: „Worüber wir gerade reden ist, ich habe eine tolle Idee und mein Nachbar soll es bezahlen.“

Erfahrungen von Eisbahnbetreibern aus Wegberg und Heinsberg hatte Virginia Lisken eingeholt. Die präsentierten Zahlen wurden in der Versammlung sehr unterschiedlich gewertet. Die Aussicht auf eine Steigerung der Attraktivität fast zum Nulltarif war dabei eine äußerst optimistische Einschätzung. Realistisch war die Einschätzung von Ulrich Backhausen: „Ich stelle fest, dass sich Ernüchterung breit macht. Von den Zahlen her sind wir alle etwas erschlagen.“ Offen blieben zentrale Fragen. Soll zuerst die Platzfrage geklärt werden oder soll zuerst eine Kostenkalkulation erstellt werden? Wer soll die Verantwortung übernehmen? Wer organisiert ein attraktives Rahmenprogramm, ohne das eine Eisbahn wenig Sinn macht?

Als Ergebnis der Versammlung blieb, dass sich alle Beteiligten mit dem Projekt gedanklich befassen und sich in drei Wochen erneut treffen werden. Die von verschiedenen Seiten empfohlene Anregung, die Eisbahn-Freunde mögen ein aus wenigen Personen bestehendes Gremium zur Konzepterarbeitung benennen, wurde (noch) nicht umgesetzt.

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