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Die Zeltdisco darf bleiben

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:

Jülich. Sinneswandel innerhalb von gut drei Monaten: Während der Jülicher Fachausschuss Anfang Februar das Ende der Jugend-Zeltdisco auf dem Schlossplatz eingeläutet hatte, sprach sich das selbe Gremium nun für den Verbleib an gleicher Stelle aus.

Diesen Erfolg dürfen sich auch zahlreiche Jugendliche aus Jülich auf ihre Fahnen schreiben, denn zu Hunderten hatten sie mit ihren Unterschriften für den alten Standort gekämpft. Mit der Debatte um die Karnevalsveranstaltung im Zelt, die frühere Alkohol-„Exzesse” und Schlägereien auf dem Marktplatz weitgehend unterbunden hat, wurde auch eine Diskussion über die Schlossplatz-Nutzung als solches eingeleitet.

Im Februar war noch der Stein des Anstoßes, dass die Großveranstaltungen auf der Grünfläche die Rasenflächen ruinieren, weil sie von Schwerlastern befahren werden. Daher hatte der Ausschuss für Jugend, Familie, Schule und Sport die Zeltdisco an Altweiber „letztmalig” geduldet. Inzwischen haben sowohl die eigens eingesetzte Schlossplatz-Kommission als auch alle beteiligten Behörden kundgetan, dass die Veranstaltung nur dort sicher und erfolgreich vonstatten gehen könne.

Die Ergebnisse der Sonderkommission liegen in Gänze noch nicht vor. Im Ausschuss informierte allerdings Dezernentin Katarina Esser, dass dieses Gremium mit 9:1 Stimmen die Zeltdisco da belassen will, wo sie schon 17-mal zu finden war. Der Ausschuss musste handeln, da sonst bis Ende Juni der Mietvertrag hätte gekündigt werden müssen. Durch diesen Umstand fühlten sich einige Mitglieder „unter Druck gesetzt”. Dr. Lutz Baumgarten: „So kann man mit politischen Gremien nicht umgehen.” Er votierte allerdings ebenso für die Zeltdisco auf dem Schlossplatz wie die anderen Fraktionen.

Heinz Müller (Jül) erklärte: „Das hat über Jahre wunderbar geklappt. Die Veranstaltung sollte da bleiben.” Lambert Schmitz (CDU) sah in der Debatte einen Sinn: „An der Disco selbst hat nie jemand Zweifel gehabt. Es ging um den Standort. Jetzt ist aber auch gelungen, Dynamik in die Schlossplatz-Diskussion zu bekommen.” Dem stimmte auch Harald Garding für die SPD zu: „Wir sollten so beschließen. Wenn sich kompetente Stellen so aussprechen, sollte man das ernst nehmen.”

Damit spielte er auch auf die Einsatzbilanzen von Polizei oder Kreisjugendamt an. Bei der 17. Auflage der Disco am 3. März wurden laut Stadtverwaltung 1300 Karten an Besucher zwischen 12 und 16 Jahren verkauft. Im Bericht heißt es weiter: „Entgegen den Befürchtungen gab es keine Häufung von Alkoholmissbrauch.”

Alle Geschäfte in der City haben sich daran gehalten, keinen Alkohol in Flaschen an diesem Tag zu verkaufen. Und die Polizei verzeichnete 32 Einsätze - das ist gegenüber der Zeit ohne Disco ein wirklich kleiner Wert.
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