Die Zeit läuft ab: Viele wollen noch den alten „Perso”

Von: Anja Klingbeil
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Klein, vielfach einsetzbar, aber teurer als der alte: Den neuen Personalausweis gibt es ab dem 1. November. Foto: ddp

Jülich. Klein und handlich ist er, der neue Personalausweis. Gerade so groß wie eine Scheckkarte. Praktisch für die Brieftasche also. Ab dem 1. November gibt es die kleine Plastikkarte. Doch haben wollen ihn offenbar nur wenige. Ganz im Gegenteil: Bereits seit einigen Wochen haben die Bürgerbüros und Einwohnermeldeämter im Jülicher Land alle Hände voll zu tun.

„Wir stellen so viele Ausweise an einem Tag aus wie früher in einer Woche”, sagt Monika Gebauer. Tatsächlich herrscht auch am Dienstag ein stetes Kommen und Gehen im Jülicher Einwohnermeldeamt.

Auch Wolfgang Esser ist gekommen, um seinen Personalausweis zu verlängern. „Ich müsste ja jetzt sagen, dass mir der neue zu teuer ist. Aber eigentlich ist meiner abgelaufen.” Knapp zehn Minuten dauert es, dann hält der 47-Jährige den fertigen Antrag in Händen. In zwei Wochen kann er seinen neuen „alten” Personalausweis abholen. Der ist dann zehn Jahre gültig.

Beim elektronischen Ausweis wird das länger dauern. Drei Unterschriften muss der Antragsteller in Zukunft leisten. Und es gibt Beratungsbedarf. „Wir müssen die Leute aufklären”, sagt Monika Gebauer. Denn der „Neue” kann mehr. Wie bisher gilt er als Dokument. Im Inneren verbirgt sich eine Chipkarte, die persönliche Daten speichert. Diese ist zwar bei neuen Ausweisen aktiviert, kann jedoch auf Wunsch bei der Abholung deaktiviert werden.

„Davor haben einige Angst. Sie denken, dass sie mit dem neuen "Perso" gläsern werden”, sagt Traudel Ropohl vom Einwohnermeldeamt Titz. Ein Bankkonto online eröffnen, einen Bauvertrag via World Wide Web abschließen und mit digitaler Signatur absegnen - dank „eID”, der elektronischen Identität, ist das mit dem neuen Personalausweis möglich.

Das hat seinen Preis. Der schreckt viele ab. Wer sich bisher und bis zum Ende dieser Woche ein Dokument ausstellen lässt, zahlt dafür einheitlich 8 Euro. Der neue Ausweis kostet 28,80 Euro. Auch der bisher kostenlose erste ist künftig gebührenpflichtig (22,50 Euro). Wie beim Reisepass schön üblich, brauchen Antragsteller ein biometrisches Passfoto: neutraler Gesichtsausdruck, geschlossener Mund. Das Hinterlegen der Fingerdrücke ist optional.

Ob und wie die Multifunktionskarte ankommt, wird sich ab kommender Woche zeigen. Die Einwohnermeldeämter und Bürgerbüros sind vorbereitet. Die neue Software läuft, teilweise auf neuen Computern. Die Mitarbeiter sind geschult. „Das war für uns ein enormer zeitlicher Aufwand”, sagt Monika Gebauer.

Und Dagmar Maaßen, Bürgerbüro Linnich, ergänzt: „Wir sind im Rathaus der technisch höchst ausgestattete Arbeitsplatz.” In Linnich, Inden, Titz und Aldenhoven gibt es ab Dienstag den neuen Ausweis. Wer die kleine Plastikkarte in Jülich beantragen will, muss sich gedulden. Dort ist das Einwohnermeldeamt am Dienstag geschlossen. Ein Testlauf soll zeigen, ob die neue Software wirklich fehlerfrei läuft.
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