Die WM als gigantische Imagekampagne

Von: Jörg Abels
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Der südafrikanische Botschafter Sonwabo Eddie Funde warb persönlich in Düren für eine Reise zur Fußball-WM, im Bild mit Pamina Haussecker von der Entwicklungshilfeorganisation Inwent und Alemannia-Aachen-Coach Michael Krüger, der über seine Erfahrungen als Trainer in Afrika berichtete.

Düren. „Zögern Sie nicht, jeden Winkel des Landes zu erkunden. Sie werden als Gast empfangen”, nutzte Sonwabo Eddi Funde beim Südafrika-Abend des Kreises Düren für die Leser unserer Zeitung jede Gelegenheit, gut sechs Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft für eine Reise ans Kap der guten Hoffnung zu werben.

Der Botschafter des WM-Gastgebers war eigens aus Berlin an die Rur gereist und versprach eine absolut sichere WM, bei der die Gastfreundschaft im Mittelpunkt stehen wird. „Und sie müssen auf jeden Fall Soweto besuchen.” Im größten Township Südafrikas ist nicht nur er selbst aufgewachsen, sondern auch Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela.

Bei afrikanischen Spezialitäten tauchten die Besucher im Dürener Kino ein wenig in die südafrikanische Welt ein, atmosphärisch eingestimmt durch einen kurzen Film, mit dem der Organisator und Moderator des Abends, der Journalist und Südafrika-Experte Dr. Stephan Kaußen, versuchte, eine Brücke von 2006 zu 2010 zu schlagen: „Die Welt zu Gast bei Freunden, jetzt lasst uns Freunde bleiben.”

Und dass Afrika bereit für die Fußball-WM ist, daran ließ neben dem Botschafter auch der frühere Bundesliga-Profi Samy Sané keinen Zweifel. „Der ganze Kontinent freut sich auf dieses Event”, traut Sané einem der fünf afrikanischen Teams sogar eine Halbfinalteilnahme zu; die für Deutschland diesmal unerreichbar sein wird, glaubt man zumindest Karlheinz Pflipsen. Die Form vieler Nationalspieler reiche einfach nicht für ein neuerliches Sommermärchen, erklärte der Ex-Profi.

Aber bringt eine Fußball-WM das Land zwei Jahrzehnte nach Ende der Apartheid wirklich voran, wollten viele Besucher wissen. Dr. Walter Hüls vom Afrika-Referat des NRW-Integrationsministeriums verwies auf die Ausbildung von 900 Sportlehrern in der NRW-Partnerprovinz Mpumalanga, die mit dem Krüger-Nationalpark eines der wertvollsten Naturreservate Afrikas beheimatet. Und was bleiben wird, sei auf jeden Fall die deutlich verbesserte Infrastruktur, vor allem im ÖPNV”, erklärte Pamina Haussecker von der deutschen Entwicklungshilfeorganisation Inwent.

Botschafter Sonwabo Eddie Funde sieht in der WM die große Chance, Menschen aus allen Teilen der Welt zu treffen, die „uns bei der Entwicklung des Landes unterstützen können”. Beispielsweise Unternehmer wie den Dürener Dr. Stephan Kufferath, der bereits seit knapp zwei Jahrzehnten in Südafrika eine eigene Produktionsstätte mit heute rund 150 Mitarbeitern unterhält. Der GKD-Chef erzählte von der Begeisterungsfähigkeit vieler Afrikaner, die eine „positive-angenehme Mentalität haben”, wie Alemannia-Trainer Michael Krüger aus eigener Erfahrung als Coach in Ägypten und im Sudan beisteuerte. „Die Menschen dort sind nicht so verbissen”, würde er sich wünschen, dass auch so mancher Deutsche relaxter wäre.

Das Schlusswort einer anregenden Diskussion - bevor er sich ins Goldene Buch des Kreises Düren eintrug - aber hatte der Botschafter: „Die Menschen haben nach der WM hoffentlich ein ganz anderes Bild von Südafrika und werden uns ein zweites Mal besuchen”, wünschte er sich.
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