Körrenzig - Die wechselhafte Geschichte der Alten Kirche Körrenzig

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Die wechselhafte Geschichte der Alten Kirche Körrenzig

Von: Kr.
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Neue Erkenntnisse über die Ge
Neue Erkenntnisse über die Geschichte der Körrenziger Alten Kirche stellte Simon Matzerath im Rahmen der Kulturreihe „Kultur in der Alten Kirche Körrenzig” vor. Foto: Kròl

Körrenzig. „Hinter diesem umfassenden Vortrag steht nicht nur Fachwissen, sondern auch Liebe und Leidenschaft zu diesem Gotteshaus und zum Dorf.” Pfarrer Stefan Bäuerle sprach damit den zahlreichen Zuhörern aus der Seele, die in die Alte Kirche Körrenzig gekommen waren, um dem Vortrag von Simon Matzerath mitzuerleben.

Das alte Gotteshaus, dass in den vergangenen 15 Jahren mit viel Mühe vor dem Verfall gerettet wurde, hatte es dem gebürtigen Körrenziger, Archäologen und derzeitigen Doktoranden an der Eberhard Karls Universität Tübingen angetan. Seiner Geschichte wollte er intensiver auf den Grund gehen und wurde dabei nicht nur vom Verein „Rettet die Alte Kirche Körrenzig, dem Jülicher und Körrenziger Geschichtsverein, sowie der Pfarre St. Peter Körrenzig unterstützt. Auch zahlreiche Körrenziger Bürger gruben in ihren Erinnerungen und Schätzen aus vergangenen Tagen und fanden noch so manches Wissenswerte und auch so manche Fotografie.

So wurde es ein umfassender, sehr informativer Abend für all jene, die an der Geschichte ihres Dorfes interessiert sind. Zahlreiche Fotografien rundeten den Vortrag ab.

Simon Matzerath nahm seine Zuhörer mit in die Zeit um die erste Jahrtausendwende, als der erste Bau entstand. Warum die Kirche damals ausgerechnet an diesem Standort errichtet wurde, der aufgrund seiner geologischen Beschaffenheit, es war sehr nasses Gelände, nicht sonderlich geeignet war, erklärt sich aus der Tatsache, dass in direkter Nachbarschaft ein Fronhof lag und dieser Besitzer eben auch Eigentümer der Kirche war.

Der ungünstige Standort zog sich wie ein roter Faden durch die 1000jährige Geschichte, in der jüngsten Vergangenheit waren es dann die Grundwasserabsenkungen durch den Tagebau, die das Gotteshaus fast zum Einsturz gebracht hätten.

Mehrere Bauphasen durchlebte die Kirche in ihrer Geschichte. Zunächst entstand nur der Mittelteil mit einer kleinen Apsis. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Seitenschiffe an- und das Gotteshaus nach Westen hin ausgebaut, bis im 15. Jahrhundert die Hallenkirche entstand. All dies konnte Simon Matzerath seinen Zuhörern genau belegen, da unter anderem als wissenschaftliche Untersuchungsmethode Georadar zum Einsatz kam.

Er konnte auch umfassende Informationen zu den römischen Bruchsteinen geben, die an der Westseite zu finden sind. Hier wurden beim Bau Material aus einer bereits verfallenen römischen Villa verwandt. Auf die frühe Besiedlung ging Matzerath ein und auf die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Er hatte aber auch in der jüngeren Vergangenheit geforscht und präsentierte Pläne für den Ausbau der Kirche zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er hatte sogar eine Postkarte aufgetan, auf dem der geplante Neubau in Vollendung zu sehen war.

Matzerath zeigte auch das Bewerbungsschreiben von Pfarrer Franz Xaver Fuchs, dass dieser die Pfarrstelle in Körrenzig nur antreten werde, wenn die alte Kirche erweitert oder eine Neue gebaut werde. So ist es dann ja auch gekommen. 1962 wurde die neue Kirche eingeweiht und die alte verfiel zusehends. Matzerath berichtete auch von den Bemühungen Pfarrer Zermahrs, die alte Kirche zu restaurieren, ein Plan der dann von seinem Nachfolger Pfarrer Stefan Bäuerle wieder aufgegriffen und mit Hilfe des Vereins „Rettet die alte Kirche” umgesetzt wurde.

Millimetergenaue Vermessung

Zum Schluss präsentierte Simon Matzerath einen kurzen Film. Das Ingenieurbüro Stollenwerk und Kuckuck aus Bergheim hatte kostenlos eine 3d-Laservermessung der Kirche vorgenommen, auf deren Grundlage jedes Detail des Gebäudes hochauflösend mit einer Genauigkeit von 1mm in 3D- Darstellung auf dem Computer begutachtet werden kann. Durch diese Messung wurde der virtuelle Spaziergang durch das Gotteshaus möglich. Fast zwei Stunden verfolgten die Zuhörer gebannt dem Vortrag.

Im November wird das dazu gehörige Buch erscheinen. Es ist über das Körrenziger Pfarrbüro, den Jülicher Geschichtsverein und in der Buchhandlung Fischer in Jülich zu beziehen.
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