Jülich - Die unsichtbare Hand im Netz

Die unsichtbare Hand im Netz

Von: Nicola Gottfroh
Letzte Aktualisierung:
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Vorsicht vor unbekannten Gefahren im Internet: Kripo-Kommissarin Marion Laßka will junge Surfer schützen. Foto: imago/schneider

Jülich. Wie selbstverständlich bewegen sich Kinder und Jugendliche im Internet. Dass hier viele Gefahren lauern, unterschätzen die jungen Surfer häufig. Bei einem von der Frauenunion organisierten Vortrag der Reihe „Kinder und Jugendliche im Internet - Gefahren, die keiner gut kennt”, informierte Kriminaloberkommissarin Marion Laßka über die Tücken des Netzes.

Während die Jungen den schnellen Draht gern für Online-Rollenspiele nutzten, ziehe es die Mädchen in Chats oder Soziale Netzwerke. Für junge Frauen sei die Kommunikation im Internet sehr wichtig, sagt Laßka. Doch wie im wirklichen Leben sei man auch hier nicht vor Boshaftigkeiten anderer Menschen sicher.

25 Prozent der Kinder geben an, im Internet schon einmal gemobbt worden zu sein. „Wer in der Schule Hänseleien ausgesetzt ist, muss diese häufig auch im Internet ertragen”, sagt Laßka. Sie empfiehlt, Privatsphären einzurichten. So haben nur Leute, die man kennt und mag, Zugriff auf sensible persönliche Daten.

Viele junge Menschen machten sich über die Konsequenzen, die die Veröffentlichung des Privatlebens mit sich bringt, keine Gedanken, warnt Laßka. Die Handykamera gezückt und schwupps ist ein Bild in einer unangenehmen Situation entstanden. Ebenso schnell kann das Foto im Netz landen - und der Arbeitgeber sieht seinen Azubi in peinlichen Situationen.

„Man sollte nicht jedes Foto von sich und vor allem nicht von Freunden und Bekannten ins Netz stellen”, sagt Laßka. Ein Bild, das sich einmal im Netz befindet, sei nur schwer wieder für alle Zeit zu löschen. „Die Daten im Netz haben Füße: Sie sind immer unterwegs, aber wir wissen nie wohin.”

Nicht nur Fotos, auch der Chat kann für Ärger sorgen: „Man weiß nie genau, mit wem man sich über das Internet unterhält”, sagt Laßka. Nicht selten entpuppe sich der vermeintlich 16-jährige Chatpartner als doppelt oder dreimal so alt und führe nichts Gutes im Sinne. Selbst wenn der Chatraum werbe, moderiert zu werden: Nur selten gebe es reale Personen, die die Unterhaltungen mitlesen. Auch nicht in Chaträumen, die speziell Kinder ansprechen, warnt Laßka.

Was können Kinder tun?

Verbieten müssen Eltern ihren Sprösslingen den Umgang mit dem Internet nicht, meint Laßka. Aber die Kinder müssen richtiges Verhalten im Netz erst lernen. Eltern sollten ihr Kind gelegentlich beim Surfen begleiten und selbst interessante Webseiten suchen, empfiehlt die Kommissarin. Auch Zeiten fürs Surfen sollten vereinbart werden, damit der Internet Konsum nicht überhand nehme.

Und was können Kinder tun? „Wenn euch etwas seltsam vorkommt, sofort Euren Eltern zeigen.” Und ein Treffen mit der Internetbekanntschaft? „Nur, wenn Deine Eltern zugestimmt haben.”
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