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Die Stadt und die Denkmalsatzung: Werbung wie zur Zeit der Renaissance

Von: -ks-
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Renaissance! Welche Renaissance? Die Nachkriegszweckbauten an der Poststraße sollen laut Stadtverwaltung Jülich nicht „unverhältnismäßig ” durch Außenwerbung verdeckt werden. Foto: Stüber

Jülich. Direkt gegenüber zwei „Sündern” an der Poststraße - Optik Bardon und einem Teppichhändler - hat die Stadt Jülich ein weiteres Geschäft ausgemacht, dessen Betreiber mit der Außenwerbung gegen die Denkmalbereichssatzung verstoßen haben soll, berichtete Beigeordneter Martin Schulz im Bauausschuss.

Das Verwaltungsgericht Aachen wird sich wahrscheinlich noch öfter mit dem Thema befassen müssen. Macht es aber Sinn, bereits jetzt die Denkmalbereichssatzung konkreter zu fassen und eine neue Gestaltungssatzung anzugehen?

SPD-Ratsherr und Anwalt Harald Garding wies darauf hin, dass das Verwaltungsgericht die Satzung(en) schlichtweg kippen könnte. Beigeordneter Martin Schulz legte Wert darauf, sich zumindest vorbereitend mit Satzungsfragen zu befassen.

Dabei muss das Rad in einer speziellen Arbeitsgruppe nicht neu erfunden werden. Die Verwaltung legte als Muster die Gestaltungssatzung für die Aalener Altstadt vor. Schulz betonte, dass Außenwerbung auch in der Pasqualinistadt möglich sein soll. Allerdings müssten die Gebäude erkennbar bleiben. Die Gestaltung müsse „sich an die Renaissance anlehnen”.

Was allerdings an der im Krieg zerbombten Poststraße nach dem Wiederaufbau noch zur Renaissance gehören soll, sagte Schulz nicht. Dennoch ist er sich sicher, dass die Markise am Geschäft von Bardon „die vertikale Gliederung” sprenge. Bei dieser Frage sei die Stadt „auf die Benehmensherstellung mit der Rheinischen Denkmalbehörde angewiesen”.

Schulz, der sich in seinen Ausführungen auf ein Urteil eines Oberverwaltungsgerichtes bezog, räumte ein, dass die Stadt zuletzt etwas „unglücklich” gegenüber Hausbesitzern und Kaufleuten agiert habe. Deshalb sollen bei der Erarbeitung der Gestaltungssatzung und der Modifizierung der Denkmalbereichssatzung „auch die Geschäfts und Bewohner eingebunden werden”.

Dass trotz des ernsten Themas der Politik der Humor nicht abhanden gekommen ist, zeigte Helmut Lohn (CDU). Er verwies auf einen Fehler in der Verwaltungsvorlage: „Denkmalbereicherungssatzung”.
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