Die Sauna wird bei der Hallenbadsanierung ausgeschwitzt

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Linnich. Von außen betrachtet, macht das Hallenbad Linnich schon etwas her. Allein schon farblich. Unter dem Anstrich aber steckt eine weit wichtigere Neuerung, erhielt das Bad doch eine komplett neue Wärmedämmung. Die wiederum war Hauptbestandteil des 1. Bauabschnitts und hat rund 600 000 Euro gekostet.

Jetzt gab der Linnicher Kultur-, Sport- und Partnerschaftsausschuss grünes Licht für eine weit größere Nummer - den 2. Bauabschnitt. Der krempelt sozusagen das Innere des Hallenbades um.

Bernd Lohmann, Sprecher des Arbeitskreises Hallenbad, stellte dem Ausschuss die Pläne des „Innenausbau” vor. Und die haben es tatsächlich in sich. „Die Sauna ist eigentlich nicht mehr weiterführbar.”

Eine wirtschaftlich sinnvolle Perspektive zu haben, wären Investitionen von mehr als eine Million Euro notwendig. „Die Empfehlung des Arbeitskreises lautet: Die Sauna schließen”.

Die Hiobsbotschaft milderte kaum die schöne Aussicht, die ein Plan mit zweistöckigem Saunaanbau samt ausgedehntem Freiluftareal „fast bis zu den Tennisplätzen” bot. Ein ewiges Luftschloss angesichts der siebenstelligen Baukosten.

Vom Auszug der Sauna wird der SV Linnich profitieren. Sein Vereinsraum fällt etwas größer aus. Zum Duschen müssen die Kicker nach dem Spiel aber weiterhin in die Straßenseite wechseln und die Nassräume der Hauptschulturnhalle nutzen.

Durchbruch schafft Sicht

Nahezu komplett erneuert wird das Erdgeschoss des Hallenbades. Neben einer Aufwertung des Eingangsbereichs mit einer Cafeteria wird auffälligste Neuerung ein Wanddurchbruch sein, der den Blick auf des Schwimmbecken freigibt. Komplett erneuert wird der Umkleidebereich.

Die alten Kabinen und Schließschränke werden entsorgt und durch neue Einheiten ersetzt. Neu aufgeteilt werden die Umkleideräume. Familienumkleiden samt Wickeltischen finden sich dort ebenso wie Sammelumkleiden, die bei Bedarf noch unterteilbar sind, für Schulklassen.

Natürlich gibt es auch weiterhin die separaten Damen- und Herrenumkleiden. Neu konzipiert wird ebenfalls der das Büro des Schwimmmeisters und der Personalbereich.

Mit dem Wegfall der Sauna wird auch die breite Treppe zum Untergeschoss verschwinden. Ohne die Badtechnik anzupacken, wozu keine akute Notwendigkeit besteht, belaufen sich die Kosten der Sanierungsmaßnahmen auf rund 4,3 Millionen Euro.

Davon sind 600 000 Euro bereits in den 1. Bauabschnitt geflossen. Über das Wärmecontracting würden, so Bernd Lohmann, die Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke (NGW) 1,1 Millionen Euro übernehmen.

1,8 Millionen Euro stehen an Rückstellungen zur Verfügung. Zählt man das zusammen, bleibt ein offener Betrag „von 700 000 bis 800 000 Euro”. Diese Summe ist, wie es heißt, im Wesentlichen der Attraktivitätssteigerung des Bades im Eingangs- und Umkleidebereich, der Schaffung von behindertengerechten Einrichtungen und der Schadstoffsanierung geschuldet.

Mit dem einstimmigen Votum des Kultur-, Sport- und Partnerschaftsausschusses einher ging die Empfehlung den Finanzausschuss, die notwendigen Mittel zur Komplettsanierung des Hallenbades im Haushalt 2012 einzuplanen. Ziel ist immerhin die Wiedereröffnung des Schwimmbetriebs zum Jahresende.

Immer stärker in den Fokus rückt neben der baulichen Erneuerung des Bades die Frage, wie das Hallenbad in Zukunft betrieben werden soll. Dazu hat die SPD-Fraktion einen Antrag zu den Haushaltsberatungen eingebracht. Dabei soll, so Fraktionsvorsitzender Hans-Friedrich Oetjen, keinerlei Festlegung erfolgen, wer das Bad betreibt.

Es solle lediglich geprüft werden, welche Betriebsform - Eigenbetrieb, GmbH, Gewerblicher Betrieb oder Auslagerung in die Satdtentwicklungsgesellschaft - die (steuerlich) günstigste ist. Ob ein Förderverein wie im Hallenbad Titz die Betreiberrolle übernehmen könnte, sieht der Finanzausschuss skeptisch.

Der bestehende Linnicher Förderverein Hallenbad sei dafür wohl nicht stark genug, so die Einschätzung. Die Gelsenwasser, Mutterkonzern der NGW, kommt als Betreiber nicht infrage, lieferte aber wie auch der Planer Kontaktangaben zu möglichen Betreibern. Die Linnicher Verwaltung will das Gespräch mit diesen Kontakten suchen, heißt es.
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